Spender gesucht: Marcus Bornheim braucht dringend Hilfe

Der 34-jährige ehemalige GA-Mitarbeiter und jetzige ARD-Korrespondent ist an Leukämie erkrankt

Bad Honnef. Der aus Bad Honnef stammende ARD-Korrespondent Marcus Bornheim hatte Anfang Mai seinen letzten Auftritt in der Tagesschau. Dann kam die Leukämie. Sie raubt dem 34-Jährigen alle Kraft. Der Politikkorrespondent, der in Rheinbreitbach aufgewachsen ist, ist lebensbedrohlich erkrankt und benötigt eine Blutstammzellenspende, um geheilt zu werden.

Bornheims Angehörige und Freunde suchen jetzt gemeinsam mit der Stefan-Morsch-Stiftung und dem Berliner Universitätsklinikum Benjamin Franklin in der Geburtsregion des Kranken nach einem passenden Stammzellenspender.

Denn in der Heimat sind erfahrungsgemäß die Chancen, einen Spender mit den passenden genetischen Merkmalen zu finden, am größten. Die Helfer schauen daher mit Zuversicht den hiesigen Typisierungsaktionen entgegen, hoffen auf Erfolg und darauf, dass der junge Familienvater wieder gesund wird: Zusammen mit seiner ebenfalls aus Bad Honnef stammenden Frau Gudrun hat Marcus Bornheim zwei kleine Kinder, vier und zehn Jahre alt.

Der 1974 in Bad Honnef geborene Politikkorrespondent lebt mit ihnen in Berlin. Aus dem ARD-Hauptstadtstudio berichtete er für die "Tagesschau" und "Tagesthemen". Bereits als Abiturient hatte der Schüler des Gymnasiums Nonnenwerth seine Vorliebe und Talent für die öffentliche Berichterstattung entdeckt. Seine journalistische Karriere begann er in der Redaktion Siebengebirge des General-Anzeigers, er schrieb zwei Jahre als freier Mitarbeiter für diesen Regionalteil.

Sein erster Zeitungsbericht war aber nicht von ihm, sondern über ihn: Er wurde als "Elfmeterkiller" bekannt. Als Torwart der Rhein-Sieg-Auswahl hielt er drei Elfer beim Mittelrhein-Cup in Duisburg. Die journalistische Laufbahn setzte Marcus Bornheim bei Radio Bonn-Rhein-Sieg und Radio Andernach fort.

Im Magisterstudium an der Universität Bonn reifte sein Interesse an Politik, Wirtschaftsgeschichte und Soziologie; er wurde an der Berliner Journalistenschule aufgenommen. Beim WDR spezialisierte er sich auf Fernsehjournalismus, ging anschließend im Alter von nur 22 Jahren zum ZDF nach Washington und kehrte danach nach Berlin zurück, um für den Bayerischen Rundfunk aus der Hauptstadt zu berichten.

Seit 1994 arbeitet er im ARD-Hauptstadtstudio als Korrespondent für Finanzen, Inneres und Wirtschaft. "Komplexe Sachverhalte so darzustellen, dass Otto Normalbürger sich dafür interessiert und am Ende eine eigene Meinung bilden kann", bezeichnet Bornheim als seine größte Herausforderung.

Die Hilfe für den Kranken formierte sich rasch, als feststand, dass die engste Familie als Stammzellenspender nicht in Frage kommt: In 30 Prozent derartiger Krankheitsfälle wird ein passender Spender unter Eltern und Geschwistern gefunden. Marcus Bornheims Familie wurde sofort getestet - sie gehört leider zu den anderen 70 Prozent.

Die Familie versucht nun fieberhaft, ihm mit anderen Mitteln beizustehen: Seine Schwester Astrid Bornheim richtete mit ihrem Berliner Architekturbüro die Seite "www.hilfe-fuer-marcus.de" ein, gestaltete Poster und Flugblätter. Marcus' Bruder Marcel Bornheim, Elektroingenieur bei der Barmag in Remscheid, koordiniert das Kampagnen-Management im Rheinland.

Der Freundeskreis der Familie um Herbert Baumann und Willi Pauli von der Firma Mepa organisiert zahlreiche Veranstaltungen. Die Rheinbreitbacher Mediziner Wolfram Kalthofen und Ulrich Schmitz unterstützen die Aktion mit kostenlosen Blutentnahme-Aktionen.

Mit einer Blutprobe von nur sechs Milliliter lässt sich das Stammzellenprofil eines Menschen typisieren und feststellen, ob sie mit dem gesuchten Profil übereinstimmt. Für den Spender gibt es keine Risiken, Knochenmark muss nicht gespendet werden.

Alle Spender werden in ein zentrales Register in Ulm aufgenommen: Wenn die Blutspende nicht Marcus Bornheim helfen kann, dann einem anderen Leukämie-Patienten. Das ARD-Hauptstadtstudio, der NDR, RBB und der Bayerische Rundfunk sowie die Unternehmen Eternit AG in Berlin und die Barmag in Remscheid haben in den vergangenen Tagen bereits zu Spenden aufgerufen und in ihren Räumen organisiert.

Mehr als 700 Menschen ließen sich typisieren. Diesen Samstag folgen Termine in der Kronach-Schule in Berlin-Lichterfelde sowie beim Radrennen Lichterfelde. Ab Freitag dann die Aktionen in Bornheims Heimat.

Die Suche nach einem Spender In den kommenden Tagen gibt es in Bad Honnef und Rheinbreitbach eine Reihe von öffentlichen Spendenaktionen für Marcus Bornheim. Jeder, der zwischen 18 und 50 Jahre alt ist, kann sich typisieren lassen.

Orte und Termine:

  • Samstag, 31. Mai, 11 bis 14 Uhr, Praxis Dr. Kalthofen, Hauptstraße 64, Rheinbreitbach
  • Sonntag, 1. Juni, 11 bis 14 Uhr beim Feuerwehrfest, Hans-Dahmen-Halle, Westerwaldstraße in Rheinbreitbach.
  • Sonntag, 1. Juni, von 13 bis 18 Uhr beim Rosenfest in der Bad Honnefer Innenstadt. Vor der Praxis Weckbecker/Straub, Hauptstraße 38a, wird ein roter, britischer Doppeldecker-Bus der Stefan-Morsch-Stiftung stehen.
  • Mittwoch, 4. Juni, 11 bis 13 Uhr, Parkresidenz, Am Spitzenbach 2, Bad Honnef
  • Mittwoch, 4. Juni, 14 bis 20 Uhr, "Firma Mepa (Pauli und Menden), Rolandsecker Weg 37, Rheinbreitbach.