Bundeswehr in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Soldaten und zivile Mitarbeiter sollen früher aus- und in Container einziehen

Oft werden die Soldaten die Ahrtal-Kaserne nicht mehr verlassen. Im Herbst ist Schluss.

KREISSTADT. Das neue Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) mit Sitz in Koblenz wird bereits zum 1. Januar nächsten Jahres aufgestellt.

Das geht aus einem internen Papier der Bundeswehr hervor, das dem General-Anzeiger vorliegt und in dem es zu dem Datum heißt, "mit unmissverständlicher Absicht zur Kenntnis gebracht". Dieses widerspricht Informationen, die Brigadegeneral Erich Heinrich Könen als Chef der Abteilung V des Heeresamtes in Bad Neuenahr vor Kurzem der CDU-Bundestagsabgeordneten Mechthild Heil und Bürgermeister Guido Orthen gegeben hat.

Könen hatte von Anfang August 2013 gesprochen und gesagt, dass zu diesem Zeitpunkt eine Verlagerung der Dienststellen von Bad Neuenahr nach Koblenz noch nicht gegeben sein müsste (der GA berichtete). Nach dem Papier der Bundeswehr wird das neue Amt "geschlossen aufgestellt". Soll heißen: Wird das BAAINBw installiert, dann komplett und mit allen Mann.

Dazu ist die Wehrverwaltung derzeit auf der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten für 1200 Mitarbeiter, die vorrangig in den Liegenschaften Rauental und der Deines-Bruchmüller-Kaserne untergebracht werden sollen. Nach dem internen Papier soll es aber auch Container-Lösungen oder Gebäude in Leichtbauweise, ein besseres Wort für Baracken, geben. Wörtlich heißt es: "Eine Zwischenunterbringung in Bad Neuenahr findet nicht statt." Dabei wurde das Wort "nicht" ausdrücklich unterstrichen.

Soll heißen: Soldaten und zivile Mitarbeiter sollen den Standort Bad Neuenahr mit komplett vorhandener Infrastruktur verlassen, um dann in Koblenz in Behelfsunterkünften zu arbeiten. Dies obwohl es in einer Stellungnahme Könens zu dem aktuellen Papier unter dem Titel "Überführung der Aufgaben HA V in das BAAINBw" heißt: "Jede Möglichkeit nutzen, unseren Einfluss dahin gehend geltend zu machen, dass für die in das BAAINBw zu integrierenden Mitarbeiter keine schlechteren Arbeitsbedingungen akzeptabel sind, als wir sie zwischenzeitlich in der Ahrtal-Kaserne vorfinden."

Das wünscht sich jedenfalls der Brigadegeneral aus Bad Neuenahr. Gibt aber gleichzeitig andere Informationen preis, als erst vor Tagen der Politik. So heißt es wörtlich: "Sollten wir uns gleichwohl ab sofort darauf einstellen, dass neben einem noch auszuplanenden Vorkommando weitere Teile (möglichst dezernatsweise) voraussichtlich ab dem vierten Quartal 2012 von Bad Neuenahr-Ahrweiler nach Koblenz oder Lahnstein in ihre neuen Abteilungen integriert werden."

Im Klartext: Der Wegzug der Bundeswehr mit ihren 293 Soldaten und 58 zivilen Beschäftigten in Bad Neuenahr beginnt schon in diesem Jahr. Job ist Job, und daher heißt final vom General an seine Soldaten und Mitarbeiter: "Wir sind gut beraten, uns weiterhin auf unsere Auftragserfüllung aus dem Standort Bad Neuenahr-Ahrweiler so lange zu konzentrieren, bis gesicherte Informationen zur Entwicklung in Koblenz und Lahnstein vorliegen."

Eine Arbeit also, die künftig in Containern und Baracken stattfindet, nur weil die Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler mit ihren komfortablen Büros einschließlich Kantine an der Heerstraße als Standort aufgelöst wird.