Sinziger Gericht verurteilt Ken Miyao zu 80 Sozialstunden

<b>Warten</b> auf den Prozessbeginn im Sinziger Amtsgericht: Ken Miyao und Anwalt Peter Federau aus München.

<b>Warten</b> auf den Prozessbeginn im Sinziger Amtsgericht: Ken Miyao und Anwalt Peter Federau aus München.

Körperverletzung zieht für den 19-jährigen "Overground"-Star ein Anti-Aggressionstraining nach sich

Sinzig. (ln) Sichtlich erleichtert verließ Ken Miyao am Dienstag das Amtsgericht Sinzig. Tatsächlich durfte sich der 19-jährige Sänger der Band "Overground" über ein mildes Urteil freuen. Wegen gefährlicher und einfacher Körperverletzung verurteilte das Amtsgericht den Sinziger zu 80 Sozialstunden. Außerdem erteilte das Gericht dem aus einer Castingshow bei Pro 7 hervorgegangenen "Popstar" die Auflage, ein Anti-Aggressionstraining zu absolvieren.

Die Staatsanwaltschaft wollte im Sinne einer erzieherischen Maßnahme die besondere Schwere der Schuld des 19-Jährigen festgestellt wissen und beantragte eine sechsmonatige Jugendstrafe auf Bewährung. Dem folgte Richter Ernst Wohlfahrt nicht.

Rückblick: In der Silvesternacht 2003/04 geriet Ken in einer Bad Godesberger Discothek in ein Handgemenge, bei dem er einem 18-Jährigen mit einem Faustschlag ins Gesicht eine klaffende Platzwunde zufügte. Gravierendere Folgen hatte ein Zwischenfall, der sich am 17. Juni 2004 auf Ibiza abspielte. Dort standen für die vier Jungs von "Overground" Dreharbeiten für ein Musikvideo auf dem Programm.

In der Annahme, von einem 28-jährigen Betriebswirt aus Aachen mit Wasser bespritzt worden zu sein, versetzte Ken Miyao dem vermeintlichen Spaßvogel einen wuchtigen Fußtritt ins Gesicht. Dabei verlor das Opfer zwei Schneidezähne und zog sich einen Nasenbeinbruch zu.

"Es tut mir leid, was passiert ist. Das Urtei ist gerecht", sah der 19-Jährige ein. Er habe Fehler gemacht und daraus gelernt. Eine Zivilklage endete mit einem Vergleich, im Zuge dessen Ken Miyao seinem Kontrahenten 2 000 Euro Schmerzensgeld zahlen musste. Verteidiger Peter Federau aus München hatte für Ken eine Erklärung verlesen, nach der der 19-Jährige die angeklagten Taten einräumte.

Bei den viertägigen Dreharbeiten auf Ibiza habe er sich in einer Stresssituation befunden, die am Pool in einer Überreaktion gemündet sei. Bei dem Vorfall in der Discothek habe er lediglich einem Freund helfen wollen. Nach dem milden Urteil kann sich Ken mit seiner Band auf die im März anstehende Japan-Tournee freuen.