Schloss Drachenburg ist schlüsselfertig

Mit einem Tag der offenen Tür wird die Drachenburg in Königswinter am 3. Juli offiziell wiedereröffnet - nach 15 Jahren Bauzeit. Zur Feier gibt es ein Festwochenende.

Siebengebirge.

Auch das braune Erdreich an den Stellen, an denen bald grüner Rasen sprießen soll, kann nicht mehr darüber hinweg täuschen: Die Sanierung von Schloss Drachenburg ist nach 15-jähriger Umbauzeit nahezu beendet. Am Freitagmittag hatten die Landschaftsgärtner die Oberhand auf der Noch-Baustelle. Doch bereits am ersten Juli-Wochenende, 3. und 4. Juli, sollen die Schlossanlagen wieder vollständig den Besuchern gehören. Dann wird die Wiedereröffnung des Siebengebirgs-Wahrzeichens mit einem Festwochenende gefeiert. "Wir sind froh und stolz, dass wir dieses Leuchtturmprojekt jetzt erfolgreich beenden können", sagte Jochen Borchert, der Präsident der Nordrhein-Westfalen-Stiftung, die das Anwesen mit dem Kauf seinerzeit vor dem endgültigen Verfall bewahrt hatte.

Das Programm

Am Samstag, 3. Juli, wird Bürgermeister Peter Wirtz in einer Feierstunde symbolisch den Schlüssel von Schloss Drachenburg an den Vorsitzenden des Stiftungsrates der NRW-Stiftung, Jürgen Rüttgers, überreichen.

Ab 12.30 Uhr sind Besucher zu einem Tag der Offenen Tür willkommen. Bei freiem Eintritt wird ein Programm mit Musikdarbietungen, historischen Kostümen, Greifvogelvorführungen und Kinder-Aktionen geboten. Am Sonntag gelten ermäßigte Eintrittspreise für Erwachsene; Kinder bis 16 Jahre haben freien Eintritt.

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Doch Borchert verschweigt auch nicht, welcher finanzieller und personeller Kraftakt hinter den Koordinatoren, den Mitarbeitern von 270 verschiedenen Firmen und 50 Architektur- und Planungsbüros liegt: "Hätte der Stiftungsrat seinerzeit geahnt, welche Kosten fällig würden, wäre die Entscheidung über die Sanierung womöglich anders ausgefallen", so Borchert auch mit Blick auf die gegenwärtige Finanzlage öffentlicher Institutionen. Umso beglückender sei nun das Ergebnis, wenngleich die Aufgabe mit der Eröffnung keineswegs als erledigt anzusehen sei: "Sicherlich wird auch in Zukunft ein erheblicher Erhaltungsaufwand notwendig sein", so Borchert. Zufrieden stellte der frühere Bundeslandwirtschaftsminister außerdem heraus, dass das Projekt weitestgehend im vorgesehenen Finanzrahmen von 27 Millionen Euro sowie in der veranschlagten Zeitspanne geblieben sei. Dem Hinweis auf die Tatsache, dass es mit 15 Jahren Bauzeit letztlich doch drei Jahre mehr wurden als ursprünglich geplant, entgegnete Borchert mit der Bemerkung, dies sei ihm weitaus sympathischer als explodierende Baukosten, wie sie bei anderen öffentlichen Großprojekten inzwischen beinahe zur Gewohnheit geworden seien. Neben Borchert lobten am Freitag auch Projektleiter Ägidius Strack und Königswinters Bürgermeister Peter Wirtz die stets enge und gute Zusammenarbeit zwischen den Institutionen und den zahlreichen beteiligten Privatfirmen. Zudem hoben sie die enge Verbundenheit mit der Bevölkerung hervor. Die Ausstellung "Wegen Renovierung geöffnet" habe hieran ihren Anteil gehabt. Bevor die Verantwortlichen gestern zu einem abschließenden Rundgang durch die Schlossanlage aufbrachen, unterzogen sie das wiederhergestellte Ensemble einer Gesamtwürdigung. Mit der Verbindung von Natur und Kultur im ältesten Naturschutzgebiet werde das "begehbare Exponat", so Borchert, "ein Ausrufungszeichen setzen". Peter Wirtz sagte, Königswinter bekomme "ein Kleinod geschenkt", das allen Menschen im Lande zugute kommt. Schmunzeln musste Projektleiter Ägidius Strack, als er nach den größten Herausforderungen der vergangenen 15 Jahre gefragt wurde. Nach einigem Überlegen erzählt er von den "täglichen Überraschungen", die in den Jahren 1997 und 1998 auf der Baustelle auf ihn gewartet hätten. "Zeitweise erschien es wirklich fraglich, wo die Reise der Drachenburg hingeht", so Strack. Ganz bewusst hingegen habe man indes bestimmte Spuren der Geschichte erhalten. So etwa den scheinbar bedrohlich abgesenkten Deckenbalken in einem der Säle im Erdgeschoss. Er zeugt jedoch nicht von mangelhaften Sanierungsarbeiten sondern von den alliierten Angriffen im Frühjahr 1945, bei denen eine Kuppel auf die Dachkonstruktion gestürzt war. Die Sanierungsarbeiten des zwischen 1881 und 1884 erbauten Schlosses und seiner Anlagen war in mehrere Abschnitte gegliedert worden. Nachdem zunächst die Umfassungsmauern am Eselsweg und an der unteren Grundstückgrenze saniert wurden, begann 1997 die Instandsetzung des Hauptgebäudes. Bis 2000 wurde zudem die Vorburg restauriert und ausgebaut, die heute von der Stiftung Naturschutzgeschichte als Archiv, Forum und als Museum genutzt wird. Im Hauptgebäude begann nach Fertigstellung der imposanten Kunsthalle im Jahr 2004 die Restaurierung der Innenräume, die dann in diesem Frühjahr endgültig abgeschlossen werden konnte. Noch nicht fertig ist der historische Zugang über die Brücke neben der Zahnradbahn-Mittelstation, die zurzeit ebenfalls umgebaut wird. Beides soll bis zum Jahresende erledigt sein.