Sanierung der Nikolauskapelle ist abgeschlossen

Am Samstag kann hier wieder eine Hochzeit gefeiert werden

Heisterbacherrott. Von einem großen Tag für die Nikolauskapelle in Heisterbacherrott spricht der Verein der Freunde und Förderer des ältesten Gotteshauses in Königswinter.

Die Sanierung ist nach fünf Jahren endlich abgeschlossen. Noch in dieser Woche soll das Gerüst verschwinden und die Kapelle endgülig in neuem Glanz erstrahlen.

Ganz sicher ein großer Tag wird der kommende Samstag für ein junges Paar, das in der Kapelle seine Hochzeit feiern wird. Und auch die Gäste des Weiherfestes, das an diesem Wochenende stattfindet, werden sich vom strahlenden Weiß überzeugen können.

Immerhin rund 860 Jahre ist das Kleinod alt, dessen Bauzeit um das Jahr 1150 herum gelegen haben muss. Die Kapelle gehörte damals zum ehemaligen Fronhof Roda, das heutige Haus Schlesien, der 1173 als Besitz des Stiftes Schwarzrheindorf bezeugt ist. Sie entstand ungefähr zur gleichen Zeit wie die dortige Doppelkirche.

Jetzt überbrachte Bernd-Michael Vangerow, Ortskurator Bonn/ Rhein-Sieg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit Sitz in Bad Godesberg, noch einmal einen weiteren Fördervertrag über 10 000 Euro an Udo Maria Schiffers, den leitenden Pfarrer des Pfarrverbandes Königswinter/Am Oelberg.

Schiffers freut sich besonders darüber, dass angesichts der Vielzahl von Kapellen im Bergbereich von Königswinter jetzt auch das älteste Gotteshaus der Stadt wieder in neuem Glanz erstrahlt.

Zuvor hatte die Stiftung bereits 25 000 Euro zur Sanierung der Kapelle beigetragen. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren 134 000 Euro aufgewendet. Die finanzielle Hauptlast trug das Kölner Erzbistum, insgesamt 20 000 Euro sammelte der Förderverein ein.

Ziel des Vereins war es laut seinem Vorsitzenden Volker Roth, dass das Kleinod, das mit dem Bürgerpark rund um den Weiher und dem Haus Schlesien ein Ensemble bildet, nicht noch weiter verfällt. Als größtes Problem bei der Sanierung, die zunächst eigentlich nur das Innere der Kapelle betreffen sollte, hatte sich das feuchte Mauerwerk erwiesen.

Anstehendes Hangwasser, das wegen einer schlechten, zu hoch liegenden Drainage in die Fundamente eindringen konnte, wurde als Quelle der Feuchtigkeit ausgemacht. Die Kapelle musste regelrecht trockengelegt werden. Dafür wurde eine Entfeuchtungsanlage installiert. "Aus der Anlage haben wir zum Teil einen Eimer Wasser am Tag rausgeholt", sagt Fördervereins-Vorstandsmitglied Winfried Görres. Die Anlage wird auch weiter in Betrieb bleiben.

An den feuchten Mauern der Kapelle war die Kirchengemeinde möglicherweise nicht ganz unschuldig. "Die Tür wurde früher nur einmal im Jahr aufgeschlossen, um Strom für das Weiherfest zu holen", sagt Görres. Bei einer solchen Gelegenheit sei ihm vor neun Jahren auch der schlechte Zustand der Kapelle aufgefallen.

In Zukunft wird diese häufiger genutzt werden, was auch eine Voraussetzung für den Bewilligungsbescheid des Erzbistums gewesen ist. Prozessionen, Hochzeiten oder Ausstellungen werden dort künftig stattfinden.

Die Innenarbeiten waren bereits im Januar 2008 abgeschlossen worden. Seit einem Jahr ist die Kapelle auch mit dunkelbraunen Stühlen aus Fichtenholz möbliert. Auf den 46 sogar mit einem Kissen versehenen Stühlen lässt es sich dort erheblich bequemer verweilen als in früheren Zeiten.

Im 19. Jahrhundert, vor dem Bau der Wallfahrtskirche Judas Thaddäus, drängelten sich bis zu 500 Heisterbacherrotter Katholiken in und um die Kapelle zum Gottesdienst.

Die Stadt Königswinter als Eigentümerin des Außengeländes pflasterte im übrigen den Platz um die Kapelle und versah den Hang zur Dollendorfer Straße hin ebenfalls mit einer Drainage. Den jahrzehntelang leeren Platz in der Nische über dem Eingang ziert eine von der Thomasbergerin Sigrid Wenzel geschaffene Bronzestatue des Heiligen Nikolaus, die der Förderverein jetzt auch vorstellte. Die Einsegnung der Kapelle findet am 20. September statt.