Rheinbach sagt Ja, Swisttal Nein zum Quarzabbau

RHEINBACH/SWISTTAL. Bei vielen Themen pflegen die linksrheinischen Kommunen eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Zum Beispiel bei erneuerbaren Energien oder beim Tourismus. Das Thema Quarzabbau spaltet hingegen, zumindest im Falle der Nachbarn Rheinbach und Swisttal.

Aktuell läuft bei der Bezirksregierung Arnsberg das Genehmigungsverfahren für die Flerzheimer Tagebau-Erweiterung, die die Kieswerke Rheinbach beantragt haben.

Die Stadt Rheinbach will dazu eine positive Stellungnahme abgeben, während sich die Swisttaler dagegen stemmen. Die Erweiterungsfläche liegt auf ihrem Gebiet und würde bis zu 390 Meter an Buschhoven heranreichen.

Wie berichtet, wollen die Kieswerke ihren bestehenden Abbau (rund 70 Hektar groß) bei Flerzheim um 22,9 Hektar in Richtung Buschhoven ausdehnen - unabhängig von der Entscheidung des Kölner Regionalrats, der an dieser Stelle im Regionalplan gar keinen Abbau mehr erlauben will. Nur am Standort der Quarzwerke Witterschlick will der Regionalrat Erweiterungsmöglichkeiten für den Quarzabbau einräumen.

Swisttaler befürchten die Beeinträchtigung des Grundwassers

Während die Bezirksregierung Köln den Regionalplan entsprechend neu fasst, hat die für Bergbau zuständige Bezirksregierung Arnsberg das Genehmigungsverfahren für Flerzheim eröffnet. Beide Verfahren können noch mehrere Monate dauern.

Die Swisttaler Gemeindeverwaltung legt nun eine lange Liste mit Negativ-Kriterien vor, die aus ihrer Sicht gegen die Abbauerweiterung sprechen: Sie reicht von der anstehenden Änderung des Regionalplans über den Römerkanal, der durch das Gebiet führt, bis hin zu unmittelbaren Auswirkungen für die Bürger: Die Gemeinde befürchtet Lärm, Staub- und Verkehrsbelästigung, den Verlust eines Naherholungsgebiets sowie die Beeinträchtigung des Grundwassers.

"Den Schutzgütern Mensch, Tiere, Pflanzen, Klima/Luft, Landschaft und Landschaftsbild ist Vorrang gegenüber dem vorgesehenen Abbau zur Gewinnung von Quarzkies einzuräumen", heißt es in der Sitzungsvorlage für den Swisttaler Planungsausschuss, der am Donnerstag (17.30 Uhr, Rathaus) das Thema behandelt.

Rheinbacher Verwaltung hat keine Bedenken

Auch die Rheinbacher Stadtverwaltung hat eine Stellungnahme vorbereitet. Dort befasst sich am kommenden Montag der Rat mit dem Thema (18 Uhr, Ratssaal Himmeroder Hof). Die Verwaltung hat keine Bedenken, weder in Bezug auf Verkehr noch auf Immissionen: "Eine Beeinträchtigung des Wohnumfeldes ist nicht zu erwarten", heißt es in der Ratsvorlage mit Blick auf Buschhoven. Langfristig werde das Gebiet durch seine Rekultivierung aufgewertet.

Die Verwaltung macht auch deutlich, dass es ihr um den Erhalt des Flerzheimer Abbaus geht, der von "großer wirtschaftlicher Bedeutung" sei: "Nach einer überschlägigen Schätzung sind circa 100 Arbeitsplätze indirekt und direkt vom Fortbestand der Kiesindustrie an diesem Ort betroffen", heißt es im Entwurf der Stellungnahme an die Bezirksregierung Arnsberg.

Noch bis zum 15. Februar liegen die Erweiterungs-Pläne in den Rathäusern von Rheinbach und Swisttal aus.