Katholischen Kindergarten Rauschendorf

Politik unterstützt Wunsch der Kita-Eltern

RAUSCHENDORF. Die 30 Eltern vom Katholischen Kindergarten Rauschendorf waren enttäuscht. Eine Entscheidung über ihren Bürgerantrag, dem Kirchengemeindeverband die Trägerschaft zu entziehen, wurde im Jugendhilfeausschuss vertagt.

Astrid Hencke (CDU) hatte Beratungsbedarf angemeldet. Die anderen Fraktionen folgten diesem Wunsch, auch wenn einige gerne einen direkten Beschluss gefasst hätten.

In einer Sondersitzung am 19. März wird es um die Frage gehen, ob eine ordentliche, außerordentliche oder gar keine Kündigung ausgesprochen wird. Auch eine ordentliche Kündigung wäre erst zum 31. Juli 2013 möglich.

Wie berichtet, hat der Kirchengemeindeverband der Kindergartenleiterin zum 30. Juni gekündigt, weil sie bei ihrem neuen Partner eingezogen ist. Peer Jung, der Sprecher der Elternschaft, hatte im Ausschuss noch einmal die hervorragende Arbeit der Kindergartenleiterin hervorgehoben und betont, dass "das Verhältnis zum Träger unwiderruflich zerrüttet" sei. Eine vorzeitige Kündigung sei daher erforderlich.

Die Ausschussmitglieder erhielten in der Sitzung auch eine schriftliche Stellungnahme des Kirchengemeindeverbandes. Dort heißt es, dass "in der Begründung des Bürgerantrags Behauptungen aufgestellt werden, die jeder Grundlage entbehren". Ein wichtiger Grund zur Kündigung der Trägerschaft sei nicht gegeben. "Wir wüssten nicht, durch welches Verhalten die Kirchengemeinde vertragsuntreu geworden sein soll."

Der Auftrag der Kirche laute, "das Evangelium zu verkünden - besonders den Kleinen und Schutzbedürftigen in unserer Gesellschaft." Man wolle Kinder mit ihrer eigenen spirituellen Kraft und ihren existenziellen Grundfragen ernst nehmen, sie nicht "um Gott betrügen".

Bis zur Sondersitzung soll die Verwaltung eine rechtliche Bewertung vornehmen. "Wir können sicher die grundsätzliche Aussage treffen, dass eine ordentliche Kündigung möglich ist. Es ist aber wohl nicht möglich, im Vertragsverhältnis zwischen Träger und Stadt einen Grund für eine außerordentliche Kündigung zu finden", sagte Bürgermeister Peter Wirtz. "Es ist bedauerlich, dass die Entscheidung verzögert wird, die heute getroffen werden konnte. Man muss auch mal mutig sein", so Peer Jung nach der Sitzung.

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