Piddelskrom: Wenn die Arbeit knifflig wird

Was im rheinischen Platt als Piddelskrom bezeichnet wird, kommt in der Umgangssprache des Rheinlands leicht verändert als Piddelskram vor. Mit diesem Wort wird eine Arbeit charakterisiert, die knifflig ist und vielleicht auch ein bisschen nervig.

Aber es gibt durchaus Leute, denen der Piddelskrom Spaß macht. Piddele (Platt) oder piddeln (Umgangssprache) bezeichnet eine Tätigkeit, bei der die Finger oder die Fingernägel ausdauernd eingesetzt werden, zum Beispiel wenn etwas abzukratzen ist.

Das o in -krom wird lang und "offen" ausgesprochen wie der Laut in Englisch "law" ("law and order"). Das lange o im Hochdeutschen wird dagegen in der Regel "geschlossen" artikuliert: "geboren", "Moor", "Sohn". Dem rheinisch-mundartlichen mole (mit "offenem" o) entspricht hochdeutsch "malen", das Pendant zu Nool lautet "Nadel", und zu Krom gehört eben "Kram".

Was im Hochdeutschen "knifflig" genannt wird, ist im rheinischen Platt piddelig (oder piddelisch). Mancherorts wird auch ein Mensch, der sich über Piddelskrom freut und bei Arbeiten dieser Art zur persönlichen Höchstform aufläuft, als piddelig bezeichnet.

Info

In der Serie "Sprechen Sie Rheinisch?!" erläutern Sprachwissenschaftler des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte drei Mal wöchentlich die Herkunft und Bedeutung interessanter rheinischer Begriffe. Haben auch Sie ein Lieblingswort, dann mailen Sie uns an rheinisch@ga-bonn.de