Nachbesserungen für "Grünes C"

Pfeile für Radfahrer weisen in die falsche Richtung

SANKT AUGUSTIN. Das "Grüne C" - kreative Leser des General-Anzeigers, wie Ulrich Sander etwa, nennen es schon das "Trübe C" oder das "Graue C". Grau deshalb, weil das Piktogramm und die C-Zeichen aus grauem Beton sind. "Trüb" deshalb, weil sich dem Spaziergänger oder Radfahrer auf dem Weg durch das "Grüne C", dem sogenannten Link, nicht auf Anhieb erschließt, was die modernen und ungewöhnlichen Wegweiser dem Naherholungssuchenden denn genau mitteilen wollen.

Derzeit wird nachgebessert, und die in die Wege eingelassenen steinernen Wegweiser erhalten Richtungspfeile. Die damit beauftragte Firma scheint indes ähnlich überfordert zu sein wie so mancher Nutzer. An einigen Stellen weisen die Pfeile schlicht in die falsche Richtung, so an der Waldstraße auf dem Weg zur Kindertagesstätte, wo "Birlinghovener Wald" zu lesen ist.

"Das ist definitiv falsch", sagt Stadtsprecherin Eva Stocksiefen. Auch auf einigen anderen Wegweisern seien die Pfeile falsch aufgebracht worden. "Das wird natürlich korrigiert." Stocksiefen weist indes daraufhin, dass nicht alle in die Wege eingelassenen Betonplatten Wegweiser seien. Einige seien schlicht als Ortsmarken aufzufassen. Richtig sei aber auch, dass es nicht immer der kürzeste Weg sei, der dort ausgewiesen sei.

In der Bevölkerung werden die ungewöhnlichen Hinweise im Wegenetz des "Grünen C" kritisch gesehen. Verwirrend, geschmacklos, unpassend und zu teuer, so das Urteil der Kritiker. Laut des Ersten Beigeordneten Rainer Gleß gebe es aber auch sehr viel positiven Zuspruch. "Wir werden Fehler natürlich korrigieren und haben vor, im Frühjahr den Bürgern den Link mit den Wegweisern noch einmal zu erklären", sagt Gleß.

Die Fachplaner des Planungsbüros hätten die Auffassung vertreten, das System erkläre sich von selbst. "Das tut es aber offensichtlich nicht so ganz", sagt Gleß. Es solle eigentlich ein Spiel mit Symbolen sein. "Aber vielleicht ist da ein bisschen zu viel Spielraum." Gleß lobt die Bürgerschaft, die sich mit dem Landschaftsprojekt auseinandersetze. "Der Sinn wird hinterfragt, nur so wird es auch angenommen." Der Beigeordnete hat zugesagt, dort, wo "Blödsinn" produziert worden sei, das zu korrigieren.

Dann sollten sie auch nach Augustin-Ort schauen. Dort ist auf einem Hinweis "Sankt Augustin" zu lesen, nahe eines Ortseingangschildes. Nur: Dort weist der neu aufgebrachte Pfeil ebenfalls in die entgegengesetzte Richtung.

Das Aufbringen der Pfeile war laut Stadtverwaltung so gar nicht geplant. Weil indes die Wegweiser nicht überall angekommen sind, sah man im Sankt Augustiner Rathaus Handlungsbedarf, stattete die beauftragte Firma mit den entsprechenden Plänen aus und lässt sie nun die Pfeile aufbringen.

Aber nicht nur in Sankt Augustin gibt es damit Probleme, offensichtlich auch im benachbarten Bonn. So schreibt GA-Leser und Radfahrer Ulrich Sander: "Wer nach der Kreuzung bei der Autobahn-Abfahrt Bonn-Nord der Rad-Route in Richtung Sieg folgt, erblickt als erstes den Wegweiser "Siegfähre". Einige Meter später eine Betonplatte "4 km". Fragt sich: Was? Wohin? Wo lang? Die Siegfähre ist jedenfalls nur wenige 100 Meter entfernt." Dem Mann kann geholfen werden. Sämtliche Kilometerangaben weisen die Entfernung zum Mondorfer Hafen aus, so Thomas Pätzold, der das "Grüne C" für die Stadt Sankt Augustin geplant hat.

Sander moniert zudem die Bauausführung der wegweisenden Betonplatten. "Fast jede Wegweiserplatte bietet vier erhabene Kanten, die aus den Radwegen - jetzt vielmehr Teststrecken für Fahrradfelgen und Komforträder - herausragen." Zwischen Betonplatte und dem Asphalt verbleibt laut Sander rundherum eine tückische, zentimetertiefe Rinne in der Breite eines Fahrradreifens. "Das hätte meinen Sohn vor einigen Wochen fast zu Fall gebracht." Natürlich bleibt das nicht so, die Rillen werden wie an anderen Stellen, versiegelt. Ulrich Sander hat noch Hoffnung: "Es ist noch nicht perfekt, aber sie sind ja auch noch nicht ganz fertig."