Oberkante Unterlippe: Swist-Hochwasser geht glimpflich aus

Swisttal, Rheinbach und Meckenheim sind den Wasser- und Schlammmassen knapp entronnen

Swisttal/Meckenheim/Rheinbach. Dem Hochwasser der Swist sind die drei Anrainer-Kommunen ganz knapp entronnen. Gerade rechtzeitig machte der Regen den ganzen Samstag und den halben Sonntag über Pause, so dass der Pegel bei Morenhoven von seinem Höchststand über 210 Zentimeter stetig abfiel auf 100 Zentimeter.

Auch konnten die drei betroffenen Kommunen feststellen, dass ihre Notfallmaßnahmen griffen. Und das ist vor allem den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren, der Baubetriebshöfe und der Verwaltungen in den Einsatzstäben zu verdanken. Swisttals Bürgermeister Eckhard Maack war beeindruckt von der "großen Solidarität" aller Beteiligten bei dieser "Übung unter Echt-Einsatzbedingungen".

"Das war eine ganz großartige Erfahrung", sagte er. Er zeigte sich überzeugt, dass Swisttal nur "haarscharf an einem Groß-Schadensereignis vorbei geschrammt" sei. Wenn der Pegel in Morenhoven über 180 Zentimeter steige, müsse Swisttal die Notfalleinsatzleitung einberufen, denn dann gebe es mit einer Verzögerung von rund drei Stunden Probleme in Heimerzheim.

Sorge bereitete zusätzlich die Steinbachtalsperre. Wie Maack am Sonntag bestätigte, habe der zuständige Wasserversorgungsverband Euskirchen/Swisttal ab dem späten Nachmittag vier Kubikmeter Wasser pro Sekunde ablaufen lassen müssen. "Die Talsperre war bis Oberkante Unterlippe voll, das für den Notfall vorgesehene Reservoir war ausgeschöpft", so der Bürgermeister. Doch sei die Einleitung ohne Auswirkungen auf die Swist geblieben.

In Heimerzheim, 1961 und 1984 von zwei so genannten Jahrhunderthochwassern heimgesucht, hatten die Anrainer fast schon routiniert private Vorsorge getroffen: Kellerfenster wurden zugemauert oder mit Sandsäcken gesichert, der Wirt der Gaststätte "Zur Linde" installierte gar eine Spundwand. Die Einsatzkräfte von Freiwilliger Feuerwehr und Baubetriebshof füllten auf dem Gelände der Löschgruppe Heimerzheim innerhalb kürzester Zeit 1 500 Sandsäcke, so Maack.

Uneingeschränktes Lob zollte den Einsatzkräften in Meckenheim auch der Leiter des Baubetriebshofes, Ottmar Zwicker, bei dem die Fäden zusammenliefen. "Die Mannschaft hat sehr gute Arbeit geleistet", sagte er. Am Morgen des Freitag war der Ersdorfer Bach in der Ortsmitte von Altendorf-Ersdorf "über die Brücke geschwappt", weil Äste den Bach blocktierten.

Seither wurde der Tunnel im halbstündigen Rhythmus freigemacht, so Zwicker. In der Swist-Aue waren Bereiche abgesperrt, im Ruhrfeld Anwohnern Sandsäcke zur Verfügung gestellt worden. Rund 2 000 Säcke hatten 30 Mitarbeiter von Baubetriebshof und Feuerwehr gefüllt. Wie Wehrführer Günter Wiegershaus erklärte, musste lediglich der Keller eines Hauses ausgepumpt werden.

Auch Rheinbach ist nach den Worten des dortigen Feuerwehr-Chefs Laurenz Kreuser glimpflich davongekommen. Die Einsatzkräfte hatten rund 1 000 Sandsäcke gefüllt. Die Feuerwehr musste aber "nur Kleinigkeiten" bewältigen, so Kreuser, wie das Abpumpen von Oberflächenwasser, das von einem Acker in einen Keller gelaufen war. In Rheinbach sei nicht die Swist selbst das Problem, "sondern die Kanäle daneben".

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