Norbert Röttgen übergibt Hagerhof-Schülern 500 Euro

Ein gehaltvolles Mitbringsel, die "Klima-Kiste", überreicht Norbert Röttgen (von links) an Leah Winter, Yannick Bärsch, Konstantin Baron und Fabian Kurz stellvertretend für alle Schüler.

Ein gehaltvolles Mitbringsel, die "Klima-Kiste", überreicht Norbert Röttgen (von links) an Leah Winter, Yannick Bärsch, Konstantin Baron und Fabian Kurz stellvertretend für alle Schüler.

Der Bundesumweltminister überreichte den Schülern der Umwelt AG am Schloss Hagerhof eine "Klima-Kiste" und einen Scheck über 500 Euro für Projekte rund um Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit. Die "Klima-Kiste", so Röttgen, sei "Auszeichnung und Ansporn" zugleich.

Bad Honnef. Ganz schön souverän. Kurz und knapp, aber versehen mit den zentralen Details, erklärte Leah Winter, was sich hinter der Umwelt AG am Schloss Hagerhof verbirgt.

Die Anerkennung über das Gehörte war dem Adressaten, der Leahs Ausführungen und denen von Fabian Kurz und Yannick Bärsch als Vertreter der AG Entwicklungspolitik sowie von Konstantin Baron und Leon Bärsch als Abgesandte des Schülerladens "Klimbim" konzentriert folgte, anzusehen. Und Bundesumweltminister Norbert Röttgen sparte am Donnerstag auch nicht mit Applaus.

Der CDU-Politiker war nicht mit leeren Händen gekommen: Er überreichte den Schülern eine "Klima-Kiste" und einen Scheck über 500 Euro für Projekte rund um Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit. Die "Klima-Kiste", so Röttgen, sei "Auszeichnung und Ansporn" zugleich für die Schüler einer Schule, an der Projekte zu den genannten Themenfeldern seit geraumer Zeit zum inner- wie außerschulischen Tableau gehören.

Die Kiste, in der sich umfangreiches Lehr- und Lernmaterial für Theorie und Praxis und Gerätschaften wie etwa ein CO2-Messgerät befinden, ist Teil der "Aktion Klima" des Vereins "BildungsCent", der vom Bundesumweltministerium aus der nationalen Klimaschutzinitiative gefördert wird.

"Das Thema Nachhaltigkeit ist ein besonders wichtiges an Schulen, mit Blick auf kommende Generationen, aber auch mit Blick auf Menschen in Gebieten, die bereits vom Klimawandel besonders schwer betroffen sind", so Röttgen. Der bewusste Umgang mit natürlichen Ressourcen sei "Lebens- und Überlebensfrage", die jeder einzelne - bei aller Globalität - mit seinem Verhalten ein Stück weit beantworten könne.

Genau das tun die Schüler, die sich in AGs, aber auch im Unterricht mit Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit beschäftigen. Beispiele nannten neben den Schülern auch Schulleiterin Gudula Meisterjahn-Knebel und Lehrer Dirk Krämer, der betonte: "Für Umsetzung in der Schule lautet das Zauberwort Kontinuität."

So gibt es seit zehn Jahren die Umwelt-AG, Umweltbeauftragte in allen Klassen und regelmäßige Klimaschutzprojekte. Die AG Entwicklungspolitik hat seit Jahren eine Schule in Burkina Faso unter ihren Fittichen, denn "Bildung ist die Grundlage jeder Entwicklung", so Schüler Fabian Kurz. Im Schülerladen "Klimbim" indes finden sich nicht nur, aber zunehmend fair gehandelte Waren. Und Mülltrennung und -vermeidung werden ohnehin groß geschrieben, ebenso Fortschritt bei der energetischen Sanierung.

Warum teure Kohlesubventionen, wenn doch erneuerbare Energien die Zukunft sind? Was passiert mit dem Atommüll? Und wie kann erreicht werden, dass Klima-Ziele weltweit anerkannt und umgesetzt werden? Röttgen nahm sich Zeit für die Fragen der Schüler und gab zugleich einen Einblick in das Spannungsfeld von Wünschenswertem und Machbarem.

Beispiel Kohle: Der Ausstieg sei vereinbarte Sache für 2018. Ein Sofort- und Komplettausstieg sei angesichts vieler Menschen und Regionen, die von der Kohle lebten, nicht möglich. Beispiel Atomkraft: Das Ziel, 80 Prozent der Energie regenerativ zu gewinnen, sei frühestens in 40 Jahren erreichbar, und bis dahin brauche es eine Brücke, also die Kernenergie, die "noch nicht verzichtbar" sei.

Ein besonderes Problem stelle die Sicherheitsfrage dar, weshalb die Kernenergie nicht die Energie der Zukunft sein dürfe. Zu der Frage international gültiger Vereinbarungen, wie er sich nach eigener Aussage schon mehr wünschen würde, sagte Röttgen: "Politik ist manchmal mühsam, das Bohren dicker Bretter. Aber es lohnt sich zu bohren, damit das Bewusstsein wächst."