Neuer Vorstoß für Quarzabbau

Kiesgrube bei Buschhoven: Wie nah der Abbau an den Ort rücken darf, ist noch nicht geklärt.

SWISTTAL/RHEINBACH. Die Buschhovener sehen sich mit einem neuen Vorstoß zur Erweiterung des Quarzabbaus konfrontiert. Die Kieswerke Rheinbach wollen ihren Flerzheimer Tagebau in Richtung Kottenforst erweitern.

Das Unternehmen habe einen entsprechenden Antrag bei der Bezirksregierung Arnsberg als zuständiger Bergbehörde gestellt, teilte die Gemeinde Swisttal am Dienstag mit.

Laut Sprecher Bernd Kreuer ging am Montag ein Schreiben der Bergbehörde ein, in dem die Gemeinde gebeten wurde, die Pläne ab dem 16. Januar für einen Monat auszulegen. Bis zum 29. Februar können Einwendungen erhoben werden. Swisttals Bürgermeister Eckhard Maack macht aus seiner Ablehnung keinen Hehl.

Nach Angaben der Gemeinde soll der bestehende Flerzheimer Quarzkies- und Quarzsandabbau um 22,9 Hektar erweitert werden. Bis zu 50 Meter tief soll der Abbaukrater in die Tiefe reichen. Der Abbau würde nah an Buschhoven heranrücken.

Erst am vergangenen Freitag hatte der Regionalrat Köln beschlossen, die rechtlich notwendige Konzentrationszone für den Abbau hochreiner weißer Quarzkiese allein in Witterschlick auszuweisen, wo die Quarzwerke tätig sind. Dem Flerzheimer Tagebau hingegen wollen die Regionalratsfraktionen mit Rücksicht auf Buschhoven in Zukunft keine Erweiterungsmöglichkeiten einräumen.

So soll der Regionalplan auch weiter keinen Abbau an dieser Stelle vorsehen. Das entsprechende Änderungsverfahren für den Regionalplan soll 2012 über die Bühne gehen. Maack fordert, dass die Bezirksregierung Köln schnellstmöglich eine rechtssichere neue Fassung des Plans vorlegt - damit Buschhoven tatsächlich verschont bleibt. "Es handelt sich bei dem Gebiet um einen wichtigen Natur-, Freizeit- und Erholungsraum", erklärte Maack. "Wir werden weiterhin an der Seite der Bürger und des Landschaftsschutzvereins stehen."

Harald Hoock vom Landschaftsschutzverein Kottenforst (LSK) hatte bereits geahnt, dass die Unternehmen, die nach der Entscheidung des Regionalrats nicht zum Zuge kommen, keine Ruhe geben würden. "Uns war klar, dass unser Weg noch lange nicht zu Ende ist", sagte er.

Schon seit Jahren streben die Kieswerke eine Erweiterung des Tagebaus Richtung Buschhoven an. 2005 lehnte die Bezirksregierung Arnsberg ihren Antrag ab - eben weil der Regionalplan an dieser Stelle kein Abbaugebiet vorsieht. Die Firma klagte und bekam vor dem Verwaltungsgericht Köln Recht. Das Urteil wurde 2010 rechtskräftig. Die Richter sahen Abwägungsmängel: Die Belange des Quarzabbaus waren im Regionalplan demnach nicht ausreichend berücksichtigt.

Während der Regionalplan nun mit Witterschlick als Konzentrationszone für Quarzabbau geändert wird, eröffnet die Bergbehörde das Genehmigungsverfahren für den Abbau zwischen Flerzheim und Buschhoven. "Die regionalplanerische Seite ist ein wichtiger Aspekt für uns, aber nicht der einzige", sagte Andreas Nörthen, Sprecher der Abteilung Bergbau und Energie. Seine Behörde werde die Änderung des Regionalplans im Auge behalten.

Das Genehmigungsverfahren für den Antrag der Kieswerke kann laut Nörthen zwischen sechs Monaten und mehreren Jahren dauern. "Das ergibt sich aus den notwendigen Untersuchungen und den Stellungnahmen, die im Verfahren eingehen."