Neuer Pächter für den Bonner Presseclub gefunden, alte Probleme bleiben

<b>Der zurzeit leer stehende Presseclub</b> in der Heinrich-Brüning-Straße.

<b>Der zurzeit leer stehende Presseclub</b> in der Heinrich-Brüning-Straße.

Verhandlungen über Neuvergabe laufen

Bonn. Der zurzeit leer stehende Presseclub in der Heinrich-Brüning-Straße könnte schon bald zu neuem Leben erweckt werden. Nach Informationen des General-Anzeigers hat die Stadt Verhandlungen mit einem Nachfolger für die frühere Pächterin Marion Hauck aufgenommen.

Den Informationen zufolge ist Herman Josef Nolden, Betreiber der Gastronomie auf der Insel Grafenwerth, an dem Objekt interessiert. In der nächsten Woche werden die Verhandlungen im städtischen Liegenschaftsamt beendet; der Wirtschaftsausschuss beschäftigt sich am Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Thema.

Auf GA-Anfrage verwies Nolden auf die Gespräche am Montag und den fehlenden Beschluss des Wirtschaftsausschusses. Erst danach werde er sich detalliert zu einem möglichen Konzept äußern. Das Presseamt wollte ebenfalls zu den nichtöffentlichen Verhandlungen keine Stellung nehmen. Die ehemalige Pächterin Hauck hatte den Betrieb im Dezember 2004 nach zwei Jahren aufgegeben. Grund waren nach ihren Angaben vor allem die hohen Energiekosten, die einen rentablen Betrieb im Presseclub erschwerten ( der GA berichtete).

Nolden deutete im GA-Gespräch an, dass die Stadt ihm bei den Energiekosten entgegen kommen müsse: "Entweder die überdimensionierte Heizungsanlage wird zurück gebaut, oder die Stadt beteiligt sich an den Energiekosten." Andernfalls rechne sich der Betrieb für keinen Pächter.

So oder so, die Stadt müsste wohl eigenes Geld in den Presseclub investieren - und dagegen regte sich schon in der Vergangenheit Widerstand aus der Politik. So forderten die Grünen wiederholt, das Gebäude zu verkaufen - trotz einer Nutzungsverpflichtung des Bundes. Mit rund 300 000 Euro Kosten rechnet die Verwaltung, um Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlage sowie die Aufzugsanlage auf einen angemessenen Stand zu bringen und so die laufenden Kosten zu drücken.

Das Gebäude wurde 1977 erbaut, zu einer Zeit, als auf Energiekosten noch nicht geachtet wurde. Der Presseclub diente vor allem zu Hauptstadtzeiten als beliebter Treffpunkt und Nachrichtenbörse von Journalisten, Politikern und Lobbyisten.

Auch um den Medienstandort Bonn zu erhalten, übernahm die Stadt das Gebäude vom Bund und renovierte den traditionsreichen Club mit Hilfe von Ausgleichsgeldern und Sponsoren. Der "Verein Presseclub Bonn" fördert heute das Haus und kümmert sich mit um die Belegung der Räume mit Veranstaltungen.