Nürburgring-Belegschaft wehrt sich

"Es geht hier nicht nur um die Rennstrecke Nürburgring und die Region, sondern auch um die Existenzen von 350 Mitarbeitern und deren Familien."

Nürburgring. Die Belegschaft der Nürburgring Automotive GmbH wehrt sich. Ständig werde über ihre Köpfe hinweg diskutiert, ständig werde negativ über die Gesellschaft geredet, die freilich ob ihres umstrittenen Geschäftsgebarens kräftig ins Gerede gekommen ist.

"Frei nach dem Motto 'Jeder darf sich äußern' wird unser Arbeitsplatz tagtäglich mit einer Flut von Vorwürfen bombardiert. Ein Punkt wird dabei aber regelmäßig ausgelassen: Es geht hier nicht nur um die Rennstrecke Nürburgring und die Region, sondern auch um die Existenzen von 350 Mitarbeitern und deren Familien", schrieb nun Betriebsratsvorsitzender Manfred Strack in einem offenen Brief.

Man wolle es nicht länger hinnehmen, "dass Medien und die politische Opposition in Rheinland-Pfalz ihren Wahlkampf auf unseren Schultern austragen".

Zwei Beispiele führt Strack im Namen der Belegschaft an: Die FDP verkünde, im Falle einer Regierungsbeteiligung den Nürburgring teilweise schließen zu wollen. Alles was nicht den Motorsport betreffe, solle stillgelegt werden. Strack: "Für uns bedeutet das, 300 unserer Kollegen würden sofort arbeitslos. Da darf die Frage erlaubt sein, wer unsere Mitarbeiter und deren Arbeitsplätze schützt? Wo bleibt hier der Aufschrei der Empörung?"

Auch die Grünen hätten sich im Rahmen ihres Wahlkampfs immer wieder zu Wort gemeldet. "Glaubt man deren Worten, möchten sie unseren Ring retten. Dafür wollen sie auch die Rennstrecke von den Immobilien und dem Freizeit- und Geschäftszentrum trennen. Müssen wir jetzt auch um unsere Arbeitsplätze und die Zukunft des Nürburgrings bangen, wenn die Grünen künftig an der Regierung beteiligt werden?", fragt der Betriebsrat.

Nach Stracks Auffassung sollte es "an der Zeit sein, dem Nürburgring-Konzept eine Chance zu geben". Strack abschließend: "Wir appellieren an alle Medienvertreter, bei der Berichterstattung auch den Mitarbeitern vom Ring Respekt entgegen zu bringen. Bei uns funktioniert bereits vieles viel besser als öffentlich dargestellt. Wir lieben unsere Arbeit an der traditionsreichsten Rennstrecke der Welt und möchten dieser auch weiterhin mit Engagement und Zuversicht nachgehen."