Mondorfer Lux-Werft baut eines ihrer größten Schiffe

Die "Rheintal" entsteht aus zwei Hälften - 42 Autos und 600 Personen passen auf die 320 Tonnen schwere Fähre

Niederkassel. Die "Rheintal" schwimmt, und alles passt zusammen - seit dem jetzigen Stapellauf hat Elmar Miebach, Geschäftsführer der Lux-Werft in Mondorf, Gewissheit. Warum das für die alteingesessene Schiffsbaufirma etwas Besonderes ist?

Weil die "Rheintal" eines der größten Schiffe ist, das die Werft je gebaut hat. Die Konstruktion war nicht ganz alltäglich: Aus zwei Hälften haben Miebach und seine rund 40 Mitarbeiter die rund 320 Tonnen schwere Fähre zusammengeschweißt. Kommende Woche legt die Rheintal von Mondorf mit Kurs Bingen ab.

Im September wurde die Fähre "Rheintal" bei der Lux-Werft auf Kiel gelegt. Auftraggeber war die Bingen-Rüdesheimer Fähr- und Schifffahrtsgesellschaft, "ein alter Kunde, für den wir bereits vier Fahrgastschiffe gebaut haben", erklärt Miebach. Nun sollte es eine Fähre sein. Für die Lux-Leute eine "ziemliche Herausforderung", wie Miebach bekennt.

Zwar hatte man mit der "Königswinter IV" schon mal eine Fähre gebaut. Aber keine so große wie die Rheintal. Mehr als 58 Meter lang und gut 17 Meter breit ist das Schiff, mit Platz für 600 Passagiere und immerhin 42 Autos. Zum Vergleich: Die "Königswinter IV" ist rund zwölf Meter kürzer. Um so viele Fahrgäste aufnehmen zu können, wurde eigens ein Zwischendeck in den hoch aufgeschossenen Schiffsturm der Rheintal eingezogen.

Bange Blicke gab es bei der Endmontage, ob sich die beide Hälften der Rheintal in dem eigens aufgebauten Konstruktionszelt zu einer ganzen Fähre zusammenfügen lassen. Zumal die Arbeiten laut Miebach auch "unter einem gewissen Zeitdruck standen". Doch nach Pfingsten war klar: Alles passt, die Fähre schwimmt und auch die vier Schiffsdieselmotoren, je 150 Kilowatt stark, bestückt mit Voith-Schneider-Propellern, arbeiten wunschgemäß.

Derzeit laufen die letzten Innenbauarbeiten. Am 26. Mai erfolgt die technische Endabnahme, und dann heißt es "Leinen los" in Mondorf und "Volle Kraft voraus" in Richtung Süden. Für die Lux-Leute wird es keine Verschnaufpause geben. Der nächste Auftrag wartet schon: Ein für 250 Passagiere ausgelegtes Fährgastschiff für die Elbe soll gebaut werden.

Dass aber auch Fähren weiterhin "in" bleiben, beweist den Werftmitarbeitern der Verkauf der alten "Julius": Dabei handelt es sich um die Vorgängerfähre der jetzt aktiven "Mondorf". Seit April ist die alte Fähre "Julius" weg und gelangt in Leer an der Ems zu neuen Ehren: "Eine Brücke muss dort verbreitert werden, weil die Schiffe, die von der Meyerwerft aus Papenburg in Richtung Nordsee fahren, immer größer werden", so Miebach. Und in der Zwischenzeit hilft "Julius" aus.