Mit "Generalkanzlei" wollte er sich selbstständig machen

26-Jähriger Königswinterer fälschte Pässe und Bescheinigungen

Königswinter. Nachdem er aus der Passabteilung des Griechischen Generalkonsulats in Düsseldorf entlassen wurde, wollte sich der 26-jährige Dimitri S. (Name geändert) aus Königswinter einfach selbstständig machen: In mehreren Fällen fälschte der junge Mann griechischer Abstammung für Landsmänner aus Griechenland Pässe und Bescheinigungen.

Das Amtsgericht verurteilte ihn am Dienstag zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten wegen Betruges und Urkundenfälschung.

Während seiner Arbeit im Generalkonsulat habe er festgestellt, dass der griechische Militärdienst sehr unbeliebt ist und viele Griechen sogar bereit seien, Geld für eine Freistellungsbescheinigung zu bezahlen, erzählte der 26-Jährige.

Nachdem er seine Stelle verloren hatte, weil er sich von seinem Vorgesetzten ungerecht behandelt fühlte, besorgte er einigen Landsmännern gefälschte Freistellungsformulare und kassierte dafür bis zu 800 Mark.

Außerdem verlängerte er ihnen mit gefälschtem Stempel den Pass. Die Stempelvorlage hatte er per Computer angefertigt. Mit gefälschtem Pass und falscher Bankverbindung besorgte er sich selbst außerdem eine Kreditkarte, mit der er sich in kurzer Zeit knapp 7 000 Mark beschaffte.

Sein eigenes Büro, das er zu dieser Zeit führte, nannte er "Generalkanzlei von Griechenland". "Damit wollte ich griechischen Bürgern in Bonn helfen, die Passprobleme haben", erklärt der Angeklagte.

Das Generalkonsulat Griechenland stellte daraufhin Strafanzeige, weil der Titel zu offiziös klang und zu sehr mit dem Konsulat in Verbindung gebracht werden könnte.

Bereits früher war Dimitri S. wegen Betrügereien und Fälschungen aufgefallen und bereits auf Bewährung verurteilt worden. Die Bekenntnisse des Hochstaplers Dimitri S. sprudelten vor Gericht nur so vor Selbstmitleid und Verharmlosung: Er fühlte sich von seiner damals schwangeren Frau unter Druck gesetzt, weil er kein Geld hatte, begründete der Angeklagte seine Taten.

Der Richter hielt die Strafe für angemessen, um Dimitri S. zu zeigen, dass er keine Kavaliersdelikte, sondern kriminelle Handlungen begangen habe.