Steigende Mieten in der Region

Mietbündnis fordert Quote für bezahlbaren Wohnraum

Am Siebengebirgsring hat die Meckenheimer Wohnungsbaugesellschaft 18 Wohnungen errichtet.

Symbolfoto.

Rhein-Sieg-Kreis. Ein Bündnis für bezahlbaren Wohnraum im Rhein-Sieg-Kreis hat ein Positionspapier gegen steigende Mieten vorgestellt. Wohlfahrtsverbände und Mieterbund warnen vor gesellschaftlichen Folgen durch Wohnungsknappheit.

Ein wichtiger Schritt ist mit dem Kreistagsbeschluss für mehr bezahlbaren Wohnraum getan, findet das "Bündnis Wohnen Rhein-Sieg". Der Zusammenschluss von Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, Mieterbund und DGB-Kreisverband hat am Dienstag sein Positionspapier gegen steigende Mieten vorgestellt. Die Verbände eint laut einer Pressemitteilung die Sorge, dass der zunehmende Wohnungsmangel das Sozialgefüge in den Kommunen gefährdet.

Das "Bündnis Wohnen" will jetzt gezielt das Gespräch mit Entscheidungsträgern und Multiplikatoren suchen, um für die Anliegen der von ihm vertretenen Menschen zu werben. "Unbestritten ist die Tatsache der zunehmenden Wohnungsknappheit auch im Rhein-Sieg-Kreis. Nicht nur einkommensschwache Personengruppen sind davon betroffen. Das Problem ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen", so das Bündnis. Durch hohe Mieten werde so viel Einkommen abgeschöpft, dass sich Armut bei den Betroffenen verfestige. Auch dem Einzelhandel werde zunehmend Kaufkraft entzogen.

Gemeinsam appelliert das "Bündnis Wohnen" deshalb in seinem Positionspapier an die politisch Verantwortlichen in den Kreis- und Kommunalparlamenten, über parteipolitische wie auch über Ortsgrenzen hinweg zusammen an einer verbindlichen Bebauungsplanung zu arbeiten. "Es braucht die Erstellung eines Katasters mit allen für den Wohnungsbau geeigneten Flächen. Dazu müssen sich auch der Landkreis und die Stadt Bonn für eine größere, regionale Sichtweise öffnen, um die Lasten zwischen Stadt und Land ausgeglichen zu verteilen", heißt es in der Pressemitteilung.

Auf der Ebene der Verwaltungen müssten Verfahren verschlankt werden, um Bauvorhaben zu fördern. Wohnungsbaugesellschaften und gestärkte kommunale Genossenschaften sollten dabei wieder aktiven Einfluss auf den Wohnungsmarkt gewinnen. Dringend sieht es das "Bündnis Wohnen" geboten, die Landesverordnungen zu Mietpreisbremse, Kappungsgrenze, Zweckentfremdung sowie das Wohnungsaufsichtsgesetz zu erhalten. Zu diesen wichtigen unterstützenden Instrumentarien gehöre auch der Mietspiegel. Außerdem befürwortet das "Bündnis Wohnen" eine Quote: In neuen Bebauungsplänen solle verbindlich festgelegt werden, mindestens 30 Prozent der neuen Wohnungen für untere und mittlere Einkommensschichten vorzusehen, so die Forderung.