Meisner weiht Vater und Ehemann zum Priester

Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner weiht am Dienstag einen verheirateten Mann und Familienvater zum Priester. Weihekandidat ist der Kölner Historiker und Theologe Harm Klueting.

Köln. Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner weiht am Dienstag einen verheirateten Mann und Familienvater zum Priester. Weihekandidat ist der Kölner Historiker und Theologe Harm Klueting. Die für diese Fälle erforderliche Ausnahmegenehmigung habe der Papst erteilt, bestätigte Meisners Sprecher Christoph Heckeley unserer Zeitung. Die Weihe Kluetings, der Vater zweier erwachsener Kinder ist, soll im kleinen Kreis in Köln stattfinden.

Heckeley sagte, die Priesterweihe für Klueting habe nichts mit der von Reformbefürwortern in der Kirche erhobenen Forderung zu tun, grundsätzlich auf die Pflicht zum Zölibat bei katholischen Priestern zu verzichten. Im Falle Klueting gelte vielmehr eine bekannte Ausnahmeregelung des Kirchenrechts, nachdem verheiratete Geistliche anderer Konfessionen nach ihrem Übertritt zur katholischen Kirche die Priesterweihe empfangen dürfen.

Erstmals geschah dies in den 50er Jahren. Diese Geistlichen sind für die Dauer der Ehe vom Zölibat befreit, dürfen aber keine Pfarren leiten; Klueting soll in der Hochschulseelsorge eingesetzt werden. Der 61-Jährige war von 2000 bis 2004 ordinierter evangelischer Geistlicher und trat dann in die katholische Kirche über. Heckeley kann sich nicht erinnern, dass es im Erzbistum bisher einen derartigen Fall gegeben hätte.

Klueting wurde in Iserlohn geboren und ist Professor für Neuere Geschichte sowie Mittlere und Neuere Kirchengeschichte in Köln. Zudem lehrt er Kirchengeschichte an der Uni Freiburg (Schweiz). Seit 2009 ist er katholischer Diakon und als Seelsorger an der von Priestern des Opus Dei betreuten Kölner Kirche St. Pantaleon tätig, gehört dem Opus Dei aber nicht an. Seine Frau Edeltraut, Historikerin in Münster, gehört dem Dritten Orden der Karmeliten an.