Medienberichte: Kündigungen am Nürburgring stehen bevor

Der Freizeitpark am Nürburgring ist am 9. November 2011 hell erleuchtet.

Nürburg. Am Nürburgring sind laut Betriebsrat Massenentlassungen geplant. Der Betriebsratsvorsitzende der privaten Nürburgring Automotive GmbH (NAG), Manfred Strack, bestätigte am Donnerstag entsprechende Medienberichte. Es soll um "Massenentlassungen" gehen.

Am Nürburgring sind laut Betriebsrat Massenentlassungen geplant. Der Betriebsratsvorsitzende der privaten Nürburgring Automotive GmbH (NAG), Manfred Strack, bestätigte am Donnerstag entsprechende Berichte der Koblenzer "Rhein-Zeitung" und der Mainzer "Allgemeinen Zeitung". Die Geschäftsführung habe ihn am Vortag über Sozialplanverhandlungen in der kommenden Woche informiert. Die von beiden Zeitungen genannte Zahl von rund 140 Beschäftigten, die den Hut nehmen müssten, konnte Strack nicht bestätigen, wohl aber, dass es um "Massenentlassungen" gehe. Die NAG hat etwa 380 Mitarbeiter.

Hintergrund ist der Streit mit der rheinland-pfälzischen Landesregierung über die sich stufenweise erhöhende Millionenpacht. Die NAG hatte auch angesichts der Besucherflaute in den kühleren Monaten niedrigere Zahlungen gefordert, damit aber bei Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) auf Granit gebissen. Auch Strack sagte nun: "Die Pacht ist nicht zu erwirtschaften, so wie wir aufgestellt sind, und das Land bewegt sich hier keinen Zentimeter." Nun treffe es die Mitarbeiter.

Die NAG teilte mit, die 2012 und 2013 jeweils um fünf Millionen Euro steigenden Pachtzahlungen zwängen zu "umfangreichen Strukturmaßnahmen". Weiter hieß es: "Gesellschafter und Geschäftsführung bedauern, dass mit der notwendigen Anpassung des Betriebs an die wirtschaftlichen Gegebenheiten auch ein Teil der Arbeitsplätze am Nürburgring gestrichen werden müssen." Eine Gesamtzahl nannte die NAG nicht. Sie wies nur darauf hin, dass 21 Mitarbeiter mit einem Rückkehrrecht zur größtenteils landeseigenen Nürburgring GmbH "die NAG zum nächst möglichen Zeitpunkt verlassen werden".

Der Freizeitpark am Ring gilt als deutlich überdimensioniert. In Regierungskreisen heißt es, dass das Land vor einem Verzicht auf einen Teil der Pacht eher die Neuausschreibung für den Betrieb der legendären Rennstrecke in Kauf nähme.