Kommentar

Kritik muss erlaubt sein

Bonn. Unbestritten ist, dass das Projekt Grünes C den immensen Freiraumfraß der Kommunen aufgehalten hat. Dennoch müssen kritische Fragen über Art und Weise und vor allem die Finanzierung dieses Projekts erlaubt sein.

Die kommunalen Akteure vergessen nur zu häufig, dass es sich auch bei Zuschüssen von EU, Bund und Land ja um Steuergelder handelt. Viele Kommunen, ja auch Unternehmen und Stiftungen, leisten sich Experten, die sich auf den fetten Weiden öffentlicher Gelder auskennen. Doch diese Zuschusswirtschaft ist ein Thema für sich.

Wie gesagt, es ist ja nett, wenn sich Kommunen leisten können, mit Fördergeldern neue Spielplätze zu bauen, die Mondorfer Fähre neu zu gestalten oder Wanderparkplätze zu bauen. Natürlich hat der Bürger etwas davon. Aber das als besonderes Naturprojekt zu verkaufen, ist dann doch ein starkes Stück.

Ebenso mutig ist es, wenn der Sankt Augustiner Beigeordnete Rainer Gleß "den Medien" vorwirft, sie hätten das Grüne C ja schlechtgeschrieben. Nein, diesen Schuh müssen sich die Verantwortlichen schon selbst anziehen. Wer mitten im Wald eine "Bushaltestelle" hinsetzt und nicht nachvollziehbare Aussichtsplattformen errichtet, muss schon selbst dafür sorgen, dass die Öffentlichkeit das sogenannte Wegesystem versteht.