Kreis wertet Verkehrsdaten von L 158 aus

Zu schnell, zu laut und zu uneinsichtig - Nur Hälfte der Autofahrer hält sich in Pech an Geschwindigkeitsbegrenzung

Wachtberg. (waj) Zu schnell, zu laut, zu uneinsichtig: Die vom Straßenverkehrsamt des Kreises angeordneten Verkehrszählungen und Geschwindigkeitskontrollen auf der L 158 zwischen Bad Godesberg und Meckenheim sind ausgewertet.

Der Kreis hatte zwei Seitenmessradargeräte auf Höhe des Sportplatzes in Villiprott (Messpunkt 1) sowie am Ortseingang in Pech ( der GA berichtete) eine Woche lang im Messbetrieb.

Behördenleiter Dieter Siegberg sagte dem GA auf Anfrage: "In Pech (Messpunkt 2) haben wir ein Problem. Nur 47 Prozent der Fahrzeugführer halten sich dort auf der L 158 an die vorgeschriebene Geschwindigkeit von Tempo 60. Dort wird trotz angekündigter Radarkontrolle (Starenkasten) noch deutlich zu schnell gefahren."

Dieses Fehlverhalten der Autofahrer führe auch zu unnötigen Lärmbelästigungen der Anwohner im Wachtberger Talort. Siegberg kündigte Gespräche mit der Polizei und anderen Behörden an. Ziel sei es, die Temposünder zu vorschriftsmäßigem Verhalten zu bewegen. Dies führe auch automatisch zu weniger Verkehrslärm. Dies könnte schon bald durch mehr zusätzliche mobile oder ständige Radarkontrollen erfolgen.

Anwohner der L 158 zwischen Pech und Villip hatten sich mehrfach über den von Kraftfahrzeugen verursachten Dauerlärm beschwert und entsprechende Schutzmaßnahmen von Behörden und Politik gefordert.

Die Landstraße 158 zwischen Rheinbach und Bad Godesberg ist eine der am stärksten genutzten Landstraßen in Nordrhein-Westfalen. Jährlich verkehren dort auf dem Abschnitt zwischen Meckenheim und Bad Godesberg rund sechs Millionen Fahrzeuge.

Laut Siegberg wurden in den vergangenen Wochen täglich rund 17 000 Fahrzeuge (davon fast 2 000 Lastwagen bei Villiprott) zwischen den Messpunkten registriert. Am Wochenende seien in dem Kontrollbereich rund 12 000 Fahrzeuge pro Tag (61 Lkw, 700 Zweiräder) gezählt worden. Inzwischen sind die vom Behördenleiter angeordneten Zusatzzeichen "Lärmschutz" im Bereich des Knotens L 158 und K 58 vom beauftragten Landesbetrieb Straßen NRW zumindest am Wachtbergring angebracht worden.

Weitere sind im Bereich der L 158 an den Ortsgrenzen zu Wachtberg angeordnet. Dazu Dieter Siegberg: "Nach § 45 der Straßenverkehrsordnung können die Straßenverkehrsbehörden die Benutzung bestimmter Straßen oder Straßenstrecken zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm beschränken. Dabei bestimmt kein bestimmter Schallpegel die Grenze der Zumutbarkeit. Abzustellen ist vielmehr auf die gebietsbezogene Schutzwürdigkeit und -bedürftigkeit der betroffenen Anlieger."

Im Gegensatz zu den Pecher Tempoverhältnissen würden sich im Bereich Villiprott rund 90 Prozent der gemessenen Fahrzeuge an die Tempobegrenzungen halten. Dienstagmorgen wurden entlang der L 158 an der Pecher Kreuzung zahlreiche Lastwagenfahrer zu ihrer Strecke befragt. Daran waren Mitarbeiter der Kreisverwaltung, der Polizei, des Ordnungsamtes und des Landesbetriebes Straßen NRW etwa vier Stunden beteiligt.

"Wir wollen wissen, woher die Lastwagen kommen und auf welchen Wegen sie ihr Ziel erreichen," fügte Dieter Siegberg hinzu. Weitere Befragungen sollen an unterschiedlichen Stellen entlang der L 158 zu unterschiedlichen Zeitpunkten folgen.