Kreis stärkt dem VVS den Rücken

Der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) bleibt Träger für den Naturpark Siebengebirge, erhält aber tatkräftige Unterstützung durch den Rhein-Sieg-Kreis.

Siebengebirge. Die Stimmung war bestens am Donnerstagmittag auf dem Petersberg. Die Sonne lachte, der Blick war, wie fast immer, überwältigend, wenn auch ein bisschen vom Dunst im Rheintal getrübt.

Vor allem aber war der Anlass ein erfreulicher: Der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) bleibt Träger für den Naturpark Siebengebirge, erhält aber tatkräftige Unterstützung durch den Rhein-Sieg-Kreis. Mittelfristig wollen auch die Städte Bad Honnef, Königswinter, Sankt Augustin und Bonn dem VVS stärker unter die Arme greifen.

Das gab der langjährige VVS-Vorsitzende Herbert Krämer, der im kommenden Jahr den Vorsitz abgeben möchte, am Donnerstag im Salon Rheinblick bekannt. Den Kreis, der dabei war, konnte man durchaus als erlaucht bezeichnen: Bad Honnefs Bürgermeisterin Wally Feiden, ihr Königswinterer Kollege Peter Wirtz, Rüdiger Wagner (Bonn), die alle dem VVS-Vorstand angehören. Wie auch Landrat Frithjof Kühn, der jedoch verhindert war und durch Kreisplanungsdezernent Michael Jaeger und Walter Wiehlpütz vertreten wurde.

Ab dem 1. Januar 2012 wird die beim Kreis angestellte Brigitte Kohlhaas neue Halbtags-Geschäftsführerin des VVS. "Sie ist eine echte Fachfrau", betonte Jaeger. Die Tourismus-Expertin aus der Abteilung von Kreiswirtschaftsförderer Hermann Tengler wird die andere Hälfte ihrer Arbeitszeit weiter ihrer bisherigen Tätigkeit in Siegburg widmen.

Die Diskussion über die Trägerschaft begann nach dem Aus für die Nationalparkpläne im September 2009. "Durch die Planungen für den Nationalpark haben wir erfahren, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt. Mit der bisherigen Struktur des VVS waren wir aber nicht in der Lage, diese zu entwickeln", sagte Krämer.

Der Hilferuf blieb nicht ungehört. In einem Arbeitskreis wurden zahlreiche Trägermodelle diskutiert. Dort kam man zu dem Ergebnis, dass der VVS, wie in den vergangenen 25 Jahren, Träger des Naturparks bleiben soll, personell und finanziell aber Unterstützung erfährt. Durch den Einsatz der neuen Geschäftsführerin werden seine Personalkosten von derzeit 110 000 Euro um rund 30 000 Euro sinken. Kohlhaas soll sich besonders um den Naturpark kümmern. Für die Vereinsarbeit beschäftigt der VVS künftig Monika Soeding, die, bis sie im Frühjahr in Pension ging, beim Königswinterer Planungsamt gearbeitet hat.

"Für den Kreis ist heute ein Tag der Freude, weil mit dem neuen Trägermodell das bürgerschaftliche Engagement beim VVS mit seinen 1 800 Mitgliedern weiter gestärkt wird", sagte Jaeger. Auch Peter Wirtz freute sich darüber, "dass in langen Gesprächen etwas gefunden wurde, das die bewährten Strukturen im VVS nicht infrage stellt".

Inwieweit die Stadt finanziell mehr beitragen kann als die 5 000 Euro, die der VVS auch vom Kreis und der Stadt Bonn erhält, werde Gegenstand der Haushaltsberatungen für 2012 sein. Mit dem Landrat sei vereinbart, dass der Kreis erst einmal in Vorleistung tritt.

Wally Feiden erinnerte noch einmal daran, dass die Idee für einen Nationalpark nicht zuletzt entstanden sei, weil es erkennbare Probleme bei der Fortführung der Trägerschaft für den Naturpark in der derzeitigen Konstellation gegeben habe. "Wir kehren jetzt die Scherben auf, die uns von den Leitfiguren unter den Gegnern des Nationalparks durch demagogische Argumente hinterlassen worden sind. Sonst wäre das Land jetzt mit im Boot gewesen."

Was Bad Honnef zum neuen Trägermodell beitragen könne, werde man beitragen. Auch hier wird dies von künftigen Haushaltsberatungen abhängen. Das Gleiche gilt für die Stadt Bonn, wie Rüdiger Wagner betonte.

VVS zieht ins Forsthaus Lohrberg Bereits am 16. September kann der VVS in das Forsthaus Lohrberg einziehen. Als Eigentümer hatte der Verein der Familie, die dort zur Miete wohnt, gekündigt, weil er selbst am 1. April 2012 aus dem Margarethenhof ausziehen muss.
Dessen Eigentümer verlängert den zehnjährigen Mietvertrag nicht, weil er mit seinem neuen Mieter einen 20-jährigen Mietvertrag für den gesamten Margarethenhof abgeschlossen hat. Dieser möchte künftig auch die bisherigen VVS-Büros und den Pavillon, in dem sich seit 2004 das Naturparkhaus befindet, nutzen. Mit den Mietern im Forsthaus, die zunächst nicht ausziehen wollten, hat sich der VVS nach Aussage seines Vorsitzenden Herbert Krämer außergerichtlich geeinigt.
Im Erdgeschoss möchte der Verein seine Büros und einen Teil der Ausstellung unterbringen. Der Landschaftsbeirat des Kreises hat bereits einem Neubau des Naturparkhauses auf einer Fläche, wo sich heute Garagen befinden, zugestimmt. Offen ist noch die Finanzierung. Hier hofft der VVS auf Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen. Krämer: "Denn alleine bauen können wir das nicht."