Kita Rauschendorf in Königswinter

Kontroverse Diskussion vor der Entscheidung über den neuen Träger CJD

KÖNIGSWINTER. Im Arbeitnehmerzentrum haben die Eltern, deren Kinder den bisherigen katholischen Kindergarten in Rauschendorf besuchen, die Stadtratssitzung verfolgt. Neuer Träger ist die Jugenddorf-Christophorusschule (CJD) zum 1. August 2012. Damit hatten allerdings einige Bauchschmerzen.

Nur den Säugling auf den Zuschauerplätzen im Arbeitnehmerzentrum interessierte die Stadtratssitzung sichtbar gar nicht. Er schlief tief und fest, nachdem seine stillende Mutter für ausreichenden Nahrungsnachschub gesorgt hatte. Die Eltern vom bisherigen katholischen Kindergarten in Rauschendorf wollten die Entscheidung über den künftigen Träger ihrer Kita "live" miterleben. Sie fiel in ihrem Sinne aus: Wie bereits berichtet, stimmte der Stadtrat nach geheimer Abstimmung dem Betriebsübergang vom Kirchengemeindeverband auf den neuen Träger Jugenddorf-Christophorusschule (CJD) zum 1. August 2012 zu.

Die Eltern hatten sich hinter den Plätzen der CDU-Fraktion niedergelassen. Die hatte Bauchschmerzen mit der Entscheidung für das CJD. Schließlich war die Verwaltung vom Jugendhilfeausschuss beauftragt worden, mit CJD und Johannitern nachzuverhandeln, weil beide Bewerber nicht bereit waren, die Trägerschaft zu KiBiz-Konditionen zu übernehmen. Das Kinderbildungsgesetz geht bei freien Trägern von einem Eigenanteil von neun Prozent plus zwei Prozent Verwaltungskosten aus. Der Probsthof als dritter Bewerber hatte das angeboten. Doch die Eltern hatten sich nach intensiven Gesprächen mit allen drei Trägern für das CJD ausgesprochen. Beim Probsthof störte sie vor allem, dass sie von einem Tendenzbetrieb, der Katholischen Kirche, zu einem anderen Tendenzbetrieb, Träger des Probsthofs ist die Evangelische Kirche, wechseln sollten.

Das CJD erklärte sich im Rahmen der Nachverhandlung bereit, statt vier Prozent Eigenanteil ab dem Kindergartenjahr 2015/2016 fünf Prozent zu zahlen. "Ich finde schade, dass das CJD nicht bereit ist, die Zuschusshöhe nach dem KiBiz zu erreichen. Ich bin sicher, dass wir jetzt auch Anträge von anderen freien Trägern bekommen werden", meinte Roman Limbach (CDU). Richard Ralfs (Grüne) hielt dem entgegen: "Wenn wir nicht dem Elternwillen folgen, war alles für die Katz. Qualität kostet nun mal Geld." Auch Hilke Andreae-Hinrichs (SPD) meinte: "Wir würden uns ein Armutszeugnis ausstellen, wenn wir es bei einer rein betriebswirtschaftlichen Betrachtung belassen würden." Nach der Entscheidung verließ CJD-Verwaltungschef Reinhard Koglin zufrieden den Saal. Den Antrag auf Übernahme der Trägerschaft für die Kita Mikado hatte er vor der Sitzung zurückgezogen. Hier wollte das CJD gar keinen Eigenanteil zahlen. Jetzt bleibt die Kita wohl, wie bisher, eine Elterninitiative.