Kommentar: Noch viel Arbeit

Ist die Entscheidung des Regionalrats zum Quarzabbau eine gute? Politisch gesehen auf jeden Fall.

Der Beschluss, die Konzentrationszone in Witterschlick auszuweisen, beendet das Tauziehen zwischen dem Regionalrat und der Bezirksregierung, das sich über sechs, sieben Jahre hingezogen hat - ein quälend langes Hin und Her um den Standort. Was die politisch ursprünglich gewünschte Abbauerweiterung in Weilerswist betrifft, blieb Regierungspräsidentin Gisela Walsken zwar unnachgiebig - wie ihr viel gescholtener Vorgänger Hans Peter Lindlar. Doch zeigte sich die neue Behördenchefin um einiges beweglicher, als es um die Suche nach einem Kompromiss ging.

Von Beginn ihrer Amtszeit an schenkte sie den Landschaftsschutzvereinen Vorgebirge und Kottenforst Gehör, deren Kompetenz unbestritten ist. Auch die Politik hat ihren Teil beigetragen. Der Regionalrat zeigte sich in der Quarz-Diskussion meistens einmütig, legte als Kontrollorgan der Bezirksregierung vor allem aber eine bemerkenswerte Hartnäckigkeit an den Tag.

Ist die gestrige Entscheidung auch in juristischer Hinsicht eine gute? Das muss sich erst noch zeigen. Denn die Abbauunternehmen, die künftig nicht zum Zuge kommen, werden nicht so leicht aufgeben. Sie dürften den Regionalplan nach seiner Änderung prüfen lassen, schließlich geht es um massive wirtschaftliche Interessen. Deshalb geht es jetzt vor allem darum, einen rechtlich sauberen Plan vorzulegen. Da wartet also noch viel Arbeit auf Bezirksregierung, Regionalrat und Landschaftsschutzvereine.