Bad Godesberger Helferkreis will sich kümmern

Katholiken betreuen Flüchtlinge

Wird bald 100 Asylbewerbern als Unterkunft dienen: die alte Michaelschule. Die katholische Kirche will mit ehrenamtlichen Kräften die Betreuung der Flüchtlinge unterstützen.

Wird bald 100 Asylbewerbern als Unterkunft dienen: die alte Michaelschule. Die katholische Kirche will mit ehrenamtlichen Kräften die Betreuung der Flüchtlinge unterstützen.

Bad Godesberg. Die Flüchtlingskrise hat auch Bad Godesberg weiter fest im Griff. Kurzfristig dürfte die Zahl der Asylbewerber, die im Stadtbezirk untergebracht sind, die 1000-Personen-Marke übersteigen.

Und während Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der am kommenden Dienstag Gast eines Symposions der Bürgerstiftung Rheinviertel ist, in diesen Tagen bereits vor einer "Lawine" warnte, die schlimmstenfalls über das Land hereinbrechen könne, müht sich ebenjene Bürgerstiftung neben vielen anderen privaten Akteuren, die Folgen des bundespolitischen Handelns vor Ort so gut wie möglich abzufedern. Ein zentraler Akteur in diesem Bemühen ist das Ehrenamtsforum des "Runden Tisches Bad Godesberg", das am heutigen Freitag erneut zusammenkommt. Dabei wird einem Thema eine besondere Stellung zukommen: der Unterbringung von Asylbewerbern in der Michaelschule.

Sowohl für Kommunalpolitiker und Bezirksbürgermeisterin als auch für die übrige Öffentlichkeit überraschend, hatte die Stadtverwaltung vor zwei Wochen bekannt gegeben, dass sie die leer stehende Michaelschule kurzfristig als Unterkunft für 100 Menschen zu nutzen gedenkt. Hinsichtlich der Betreuung der Kinder in Kindergärten und Schulen hatte sich eine Sprecherin der Verwaltung auf Anfrage zuversichtlich gezeigt, ohne jedoch konkret zu werden. Jetzt will die katholische Kirche helfen.

Konkret wollen die Katholiken die ehrenamtliche Hilfe im künftigen Wohnheim Michaelschule koordinieren und in Kooperation mit Integrationsbeauftragter und Sozialamt einen Helferkreis aufbauen. Noch in dieser Woche werden die ersten Bewohner erwartet. "Wenn wir Godesberger helfen wollen, dann müssen wir das jetzt spontan starten. Es bleibt keine Zeit für lange Planungen, denn die Flüchtlinge stehen quasi schon vor der Tür", sagt Dechant Wolfgang Picken zu seiner spontanen Entscheidung, die mit dem evangelischen Konvent in Bad Godesberg abgestimmt sei. "Die ehrenamtliche Hilfe für die Michaelschule wird als Projekt mit dem Runden Tisch in Bad Godesberg verknüpft", erklärt Pfarrer Picken als dessen Moderator.

"Ich freue mich sehr, dass der Dechant direkt zugegriffen und die Patenschaft übernommen hat. Die katholische Gemeinde verfügt über die Kitaplätze und die Schulen und hat Kontakt zu den Ämtern. Das alles wird für die Flüchtlinge eine große Integrationshilfe sein, so dass sie sich schnell bei uns wohlfühlen", sagte Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke in einer ersten Reaktion.

Bislang gibt es mit der Notunterkunft des Landes an der Deutschherrenstraße, deren Kapazität derzeit auf 500 Bewohner erweitert wird, in Godesberg eine größere Unterkunft. Bis spätestens zum Frühjahr soll ein Bürogebäude an der Karl-Finkelnburg-Straße zum Obdach für 150 Personen umfunktioniert werden, nachdem nun erst einmal die Michaelschule an der Reihe ist. Weitere Asylbewerber sind dezentral, etwa in Vebowag-Wohnungen untergebracht.