Ahrweinkönigin

Julia - Der Name ist Programm

Voller Stolz hält Julia Migend im Beisein der Deutschen Weinkönigin Annika Strebel (rechts) ihre Antrittsrede.

AHRWEILER. Wenn die eine Julia (Bertram) aus Dernau der anderen Julia (Migend) aus Mayschoß die Krone der Ahrweinkönigin aufs Haupt setzt, dann ist einer ganz besonders stolz: Altenahrs Verbandsgemeinde-Bürgermeister Achim Haag, den es sichtlich freute, dass auch die Ahrrepräsentantin 2012/2013 aus seinem "Beritt" kommt.

Auch wenn die beiden jungen Frauen vom Typ her völlig konträr sind, die eine rot-blond, die andere dunkel, so scheint der Name Programm und Garant für eine wortgewandte Majestät zu sein. Was Julia Migend bei ihrer Antrittsrede dann auch gleich unter Beweis stellte.

Groß war gestern Abend der Jubel auf dem Ahrweiler Marktplatz, als der 21-jährige das Diadem ins Haar gesteckt wurde. Das Geschmeide ist übrigens neu, die alte Krone war nach drei Jahrzehnten in die Jahre gekommen: Goldschmiedin Angelika Kniel aus Ahrweiler schuf für den Ahrwein e.V. den filigranen Schmuck mit acht weißen Perlen, die für die Weinorte an der Ahr stehen. Sechs dieser Orte zwischen Mayschoß und Heimersheim schickten gestern Nachmittag ihre Königinnen ins Rennen, die sich im Hotel Rodderhof der anspruchsvollen Befragung einer Fachjury unterzogen.

Hoher Besuch war nicht nur durch die Deutsche Weinkönigin Annika Strebel zugegen, sondern plötzlich traten auch Promis wie Thomas Gottschalk, Julia Roberts und Gerhard Schröder durch ihre Frage auf den Plan: "Mit welchem Promi würdest Du einen Spätburgunder der Ahr vergleichen?" Da fiel Julia Migend gleich der ausgeprägte Charakter der Hollywood-Schauspielern Roberts ein, klar, Vorname "Julia" und ihr "prägnantes Lachen".

"Daumen hoch" hieß es dann auch für die Experten, die den Kandidatinnen 13 Fragen stellten: von den Anforderungen an den deutschen Winzersekt, über die klimatischen Mindestanforderungen der Weinrebe, den ökologischen Weinbau bis zur Nutzung der Social Medias "Facebook" und "Twitter". Wen wundert's da, dass die Kunde von der neuen Ahrweinkönigin per Smartphones noch vom Markt aus in alle Welt ging. Und natürlich in Julias' Heimatort Mayschoß mit der ältesten Winzergenossenschaft der Welt.

"Wir haben nicht nur Weine der Spitzenklasse hat, sondern auch Top-Majestäten", so der stolze Ortsbürgermeister Hans-Ulrich Jonas, der sich mit den Eltern Carola und Hans-Walter Migend freute. Julias' Heimatort wird ihr am Pfingstmontag, ab 18 Uhr, auf dem Waagplatz einen Empfang bereiten. Julia Migend arbeitet nach ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau als Vertriebsangestellte bei der Bonner "Verpoorten GmbH". In ihrer Freizeit tanzt sie bei der Funkengarde der KG "Närrische Freunde".

Mit der Proklamation wurde auch der Weinmarkt der Ahr eröffnet. 13 Weingüter und Winzergenossenschaften präsentieren bis Montag ihre Produkte. Eine besondere 13 brachte Julia Migend Glück, denn es war der "2009er Ahr-Spätburgunder Edition Saffenburg Nr. 13" der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr, den sie der Jury als ihren Lieblingswein vorstellte. Und was sagt die Deutsche Weinkönigin aus Rheinhessen zur "Neuen" der Ahr: "Dass Wein Dir sichtlich Spaß macht konnten wir bei der Fachbefragung schon feststellen. Die Ahr ist ein wunderschöner Juwel. Du bist auch einer, der im kommenden Jahr noch geschliffen werden kann."