Honnefer wandeln auf Spuren der Vergangenheit

Zahlreiche Interessierte lassen sich die Geschichte des Alten Friedhofs, des Mausoleums und der Kreuze erklären - Auch das Feuerschlösschen zieht das Augenmerk auf sich

Bad Honnef. "Wir haben hier bergeweise Knochen gefunden", erzählte Margret Schuhl. Das war 1960, als ihre Familie an der Ecke Am Wolfshof/Am Schönblick ihr Haus errichtete. Kein Wunder, davor steht ja auch das so genannte Österreicherkreuz. Ein Mahnmal für 187 österreichische Soldaten.

Am Tag des Denkmals, der diesmal unter dem Titel "Krieg und Frieden" stand, war das Kreuz auf dem Alten Friedhof ein Anlaufpunkt. Der Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins Herrschaft Löwenburg, Rolf Junker, ging auf die Konflikte des revolutionären Frankreichs ein, das 1792 Österreich den Krieg erklärte, und die daraus folgenden Kämpfe im Rheinland.

Die Österreicher, im Bündnis mit Preußen, hatten Lazarette auf der rechten Rheinseite, auch in Honnef. Seuchen brachen aus. Vermutlich starben viele Soldaten am Faulen Fieber. Auf einem Acker auf dem Pompbeuel fanden sie in einem anonymen Massengrab ihre letzte Ruhe; vermutlich sprengte die große Zahl der Toten die Bestattungsmöglichkeiten auf dem ursprünglichen Friedhof neben der Kirche St. Johann Baptist. Das Österreicherkreuz geriet zunächst in Vergessenheit.

Hundert Jahre nach Ausbruch des Koalitionskrieges, 1892, nahm sich der Dürener Fabrikant Schüller des verwahrlosten Mahnmals an. Das Kreuz wurde etwas zurückversetzt und auf einen Sockel gestellt. Kaiser Franz Josef soll die schmiedeeiserne Einfassung mit seinem Wappen und den flammensprühenden Bombarden mitfinanziert haben.

Trotz des heftigen Regens harrten zahlreiche Interessenten aus, um sich auf dem Alten Friedhof einige Besonderheiten anzusehen. Rolf Junker führte die Gruppe zu einem Grab, nahm die Efeuranken beiseite und zeigte auf etliche Löcher im Granitstein. Auf ihm der Name des Toten: Mathias Heinrich Göring. Er war Ehrenbürger, Kirchmeister und Wohltäter der Stadt.

Viele, die sich in Honnef einen Namen gemacht hatten, liegen auf dem Alten Friedhof. Einige ihrer Grabstellen wurden am Sonntag gezeigt. Hier ruhen zum Beispiel der erste Bürgermeister von Honnef, Theodor Wächter, Hugo von Obernitz, Generaladjutant von Wilhelm I., von dessen großem Grabstein der preußische Adler vor einigen Jahren gestohlen wurde. Oder auch der Bildhauer Terkatz und Graf Nesselrode aus dem bedeutenden bergischen Geschlecht. 1831 wurden die ersten Toten hier bestattet.

Der Landesherr Karl Theodor hatte bereits im 18. Jahrhundert angeregt, aus hygienischen Gründen Friedhöfe außerhalb der Stadt anzulegen. Eine ganz besondere Grabstelle ist das Mausoleum Roeder. Sybille Harders, Vorstandsmitglied im Heimatverein, ging auf die Geschichte der Familie Roeder ein.

Deren wunderschöne Tochter Mila, ein hoffnungsvolles Operntalent, verstarb früh. Ihr zu Ehren ließ die Mutter das Mausoleum 1888 errichten. Viel besser steht da doch das Feuerschlösschen da, durch das Karl Günter Werber mit viel Sachverstand führte. Was dieser imposante Bau mit Krieg zu tun hat? Im Dritten Reich war es Gauführerschule und nach dem Krieg von belgischen Einheiten besetzt.