Überraschende Planung

Hennef plant zweite Gesamtschule

Die Tage der Hauptschule an der Wehrstraße sind gezählt, wenn Hennefer Eltern sich für eine Gesamtschule aussprechen.

HENNEF. Haupt- und Realschule sollen wegen sinkender Anmeldezahlen auslaufen. Die Stadt Hennef will zum Schuljahr 2013/2014 eine zweite städtische Gesamtschule einrichten. Die überraschende Planung stellten Bürgermeister Klaus Pipke und Beigeordneter Stefan Hanraths am Montag im Rathaus vor.

Demnach soll die neue vierzügige Schule in die Hauptschule Wehrstraße und die Realschule an der Fritz-Jakobi-Straße ziehen.

Real- und Hauptschule werden dann sukzessive auslaufen und ab dem Sommer 2013 keine neuen Fünftklässer mehr aufnehmen. Die Leiter der betroffenen Schulen sowie die Schulleitungen der Gesamtschule Meiersheide und des städtischen Gymnasiums begrüßen laut Pipke die Pläne. Am 23. Mai will der Bürgermeister dem Schulausschuss einen Beschlussvorschlag unterbreiten. "Eine zweite Gesamtschule ist für die nachhaltige Sicherung und Weiterentwicklung der Hennefer Schullandschaft notwendig", so Pipke.

Hauptgrund sei das geänderte Wahlverhalten der Eltern, was sich in den beständig hohen Anmeldezahlen für die bereits bestehende städtische Gesamtschule zeige. "Eltern wollen für ihre Kinder die Option Abitur offenhalten", sagte Pipke. Damit verschiebe sich das Gewicht hin zu Schulen mit Sekundarstufe II.

"Die Gesamtschule musste auch in diesem Jahr wieder 180 Schüler für die Eingangsklassen ablehnen", sagte Pipke. Überdies verzeichnen sowohl Haupt- als auch Realschule sinkende Schülerzahlen. Für das kommende Schuljahr sind an der Hauptschule lediglich 38 Kinder angemeldet worden. Im Jahr 2022 werden laut Prognose nur 203 Schüler die Schule besuchen. "Auch das Hennefer Gymnasium kann die Nachfrage nicht dauerhaft befriedigen", sagte Pipke.

Die Einrichtung der neuen Gesamtschule steht indes unter dem Vorbehalt der Ergebnisse einer Elternbefragung in den dritten und vierten Grundschulklassen nach den Sommerferien. Wird der Bedarf festgestellt und stimmt der Rat im Oktober zu, soll es im Februar 2013 ein Anmeldeverfahren geben. Mindestens 100 Kinder müssen dann angemeldet werden.