Kommentar zur Zukunft der Innenstädte

Handel der Innenstädte im Wandel

Einige Menschen nutzen die Gelegenheit, am dritten Advent in der Innenstadt einkaufen zu gehen.

Blick in die Bonner Innenstadt.

BONN. Immer weniger Menschen gehen zum Einkaufen in die Innenstadt, der Online-Handel nimmt stetig zu. Ein Kommentar, warum das nicht zwangsläufig zu einer Verödung der Innenstädte führen muss.

Seit Jahren werden die Abgesänge auf die Innenstädte angestimmt. Zu stark die 
Konkurrenz der Shopping- und Outlet-Center in der Peripherie und vor allem des Onlinehandels. Und tatsächlich entstehen neue Verkaufsflächen nach wie vor viel auf der „grünen Wiese“ und ist der Onlinehandel von 2014 zu 2016 um gut 10 Milliarden auf 52,3 Milliarden Euro angestiegen. Konsequenz: Weniger Menschen gehen zum Einkaufen in die Innenstadt, Geschäfte müssen schließen, die Leerstände machen die City wiederum unattraktiver und es kommen weniger Besucher. Ein Teufelskreis.

Doch, und auch das belegen aktuelle Studien, muss diese Entwicklung nicht zwangsläufig zu einer Verödung der Innenstädte führen. 76 Prozent der zwischen 2010 und 2012 eröffneten Shopping-Center befinden sich in Innenstädten, Aldi will dort künftig auch die Nahversorgung sicherstellen, Ikea hat eine Filiale in Hamburg-Altona errichtet und Haribo eröffnete in Bonn ein Geschäft. Das alleine wird natürlich nicht reichen. Damit der Wandel im Handel gelingen kann, müssen Kommunen und Geschäftsleute gleichermaßen umdenken. Die Städte und Gemeinde müssen sich Fragen, ob sich die Ansiedlung von Geschäften in den Randgebieten auf Dauer auszahlt.

Und der stationäre Handel muss seine Vertriebskanäle um einen digitalen erweitern. Sie müssen mit Service und Fachwissen punkten und besonderen Aktionen werben. Das Angebot und das Ambiente müssen stimmen. Aber letztendlich liegt es an jedem von uns selbst, ob es auch in 20 Jahren noch lebendige Innenstädte gibt. Dafür müssen wir nur den Computer auslassen.