Sankt Augustin

Grüne Politiker testeten die Stadtbahnlinie 66

Auf Testfahrt: (von links) Andrea Piro, Joachim Langbein, Katja Dörner und Martin Metz an der Stadtbahnlinie 66.

SANKT AUGUSTIN. Der Landtagskandidat Joachim Langbein und die Bonner Bundestagsabgeordnete Katja Dörner sind sich einig: ÖPNV und Radwegenetz müssen vorrangig ausgebaut und besser verknüpft werden.

Die Bahn rollte pünktlich ein, die Kandidaten kamen später als angekündigt, mit der nächsten Bahn. Joachim Langbein, Landtagskandidat der Grünen im Wahlkreis 26 (Sankt Augustin, Bad Honnef, Königswinter), und Katja Dörner, Bonner Bundestagsabgeordnete, testeten am Freitag  mit dem Sankt Augustiner Grünen-Fraktionsvorsitzenden Martin Metz die Stadtbahnlinie 66 und stiegen zu einem kurzen Gespräch an der Haltestelle Sankt Augustin-Markt aus.

"Wir haben gute Gespräche geführt", berichtete Langbein. Und die Probleme seien immer die gleichen: keine Vorrangschaltung für die Bahn in Beuel, Sauberkeit, Pünktlichkeit und Taktung. "Heute war es sauber", sagte Dörner. Ein Fahrgast hatte Langbein angesprochen, ob er ihm zehn Euro wechseln könne. "Warum gibt es in der Bahn nur Münzautomaten?", hatte der Mann gefragt.

Auch ein bisschen eng ist es laut Langbein gewesen, weil ein Fahrradfahrer und ein Kinderwagen am Ein- und Ausstieg gestanden hätten. Ansonsten aber wirkten die Politiker nicht unzufrieden. "Aber die Taktung kann man noch verbessern, und die Bahn muss Vorrang haben", sagte Katja Dörner. Zeitgemäßer könne auch die Innenraumgestaltung sein.

Geht es nach den Wünschen der Grünen, müssen ÖPNV und Radwegenetz vorrangig ausgebaut und besser verknüpft werden. Dazu brauche man aber mehr Park & Ride-Stationen. Gleiches gelte für die Verbindung von Schiene und ÖPNV, so etwa im Zusammenhang mit dem Ausbau der Voreifelbahn RB 23, der S 13 zwischen Troisdorf und Bonn-Oberkassel oder die Verlängerung der Stadtbahnlinie 63 bis Wesseling.

 Sinnvolle Ergänzung wäre für die Grünen eine rechtsrheinische Park & Ride-Station im Rheintal. Ausbaumaßnahmen an bestehenden Autobahnen, so der Ausbau der A 59, oder kleinere Optimierungsmaßnahmen im Straßennetz seien aber wünschenswert. Es müsse etwas getan werden.

"Die Infrastrukturentwicklung der Region Bonn/Rhein-Sieg wird seit vielen Jahren vernachlässigt", sagte Langbein.