Funkmast am Weilberg

Gericht urteilt über Zulässigkeit der geplanten Anlage

Nur Teile von Thomasberg und Heisterbacherrott versorgt der Mobilfunkmast bei Sonderbusch.

HEISTERBACHERROTT. Nach dreieinhalb Jahren kommt Bewegung in die Frage um den geplanten Mobilfunkmast am Weilberg. Am 11. September findet die mündliche Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster statt.

Das Verwaltungsgericht in Köln hatte die Klage der Funkturm GmbH im Februar 2009 abgewiesen und dem Rhein-Sieg-Kreis Recht gegeben. Die Untere Landschaftsbehörde (ULB) beim Rhein-Sieg-Kreis hatte den Antrag des Unternehmens, in dem die Deutsche Telekom ihre Aktivitäten rund um Funkstandorte gebündelt hat, im April 2008 abgelehnt.

Die ULB hätte eine Befreiung von den Verboten der Naturschutzgebietsverordnung aussprechen müssen, weil sich der Standort im Naturschutzgebiet am Rande des Siebengebirges befindet.

Die Funkturm GmbH möchte am Weilberg einen 40 Meter hohen Funkmast mit einem fünf Meter hohen Aufsatz mit mehreren Antennen errichten. Der Standort entspricht optimal ihren funktechnischen Anforderungen.

Die Gesellschaft mit Sitz in Münster fand sich daher weder mit dem Bescheid des Kreises noch mit dem Urteil des Verwaltungsgerichts ab und zog vor das Oberverwaltungsgericht. Der Fall bekam dort ein Aktenzeichen (AZ 8A104/10), seitdem warten alle Beteiligten auf ein Urteil.

Immerhin hat das OVG die Berufung der Funkturm GmbH zugelassen. "Ob es am 11. September tatsächlich eine Entscheidung geben wird, wissen wir nicht", sagt Christoph Schwarz, Planungsdezernent des beklagten Rhein-Sieg-Kreises. Die Untere Landschaftsbehörde habe sich bei ihrer Entscheidung gegen einen Mobilfunkmast am Weilberg sehr sicher gefühlt. "Wir haben gute Gründe gehabt, den Standort am Weilberg abzulehnen. Für das Landschaftsbild wäre er eine Katastrophe", sagt Schwarz.

Die Ackerfläche, auf der der Mast errichtet werden soll, sieht der Kreis als Pufferzone zwischen Siebengebirge und der Bebauung in Heisterbacherrott. Das Verwaltungsgericht hatte sein Urteil mit den besonderen Auflagen im FFH-Gebiet begründet.

In Heisterbacherrott wehrt sich die Bürgerinitiative "Risiko Mobilfunk" seit mehr als 13 Jahren erfolgreich gegen Mobilfunkmasten im Ort. Auf der anderen Seite versuchen Mobilfunkbetreiber, die vorhandenen Funklöcher in Heisterbacherrott, Thomasberg und im Heisterbacher Tal, wo bisher jedes Telefonat abbricht, zu schließen.

Die Stadt teilte in dieser Woche mit, dass sie für Heisterbacherrott und Thomasberg ein Mobilfunkkonzept in Auftrag gegeben hat. Mitfinanziert und begleitet wird das Gutachten durch die Bürgerinitiative. Nach Angaben der Stadt werden Mitarbeiter des EMF-Instituts Dr. Nießen, einem Fachinstitut für elektromagnetische Verträglichkeit zur Umwelt in Köln, und Mitglieder der Bürgerinitiative in Kürze in beiden Ortsteilen Messungen vornehmen, um die vorhandene Strahlenbelastung festzustellen. Ziel des Konzepts ist es, Standorte außerhalb von Wohngebieten festzulegen.

Christoph Schwarz begrüßt das Mobilfunkkonzept. "Die Funkturm GmbH hat bisher nur Interesse an einem großem Mast. Vielleicht gibt es ja auch kleinere Lösungen."