Kitas

Geld spielt eine Rolle

Baumkletterer: Kinder spielen auf dem Außengelände der Kita Mikado.

KÖNIGSWINTER. Die Jugenddorf-Christophorusschule will Träger zweier Kitas werden, aber die Stadt soll seinen Kostenanteil übernehmen.

Vor einer schwierigen Entscheidung steht der Jugendhilfeausschuss bei seiner Sitzung am kommenden Dienstag. Dann stimmt er darüber ab, ob die Stadt den neunprozentigen Trägeranteil für den neuen Träger der Kindertagesstätte Mikado finanzieren soll.

Einen entsprechenden Antrag hat die Jugenddorf-Christophorusschule (CJD) gestellt, die Träger der neuen zweigruppigen Einrichtung werden möchte. Bisher war eine Elterninitiative Trägerin der Kita. Im kommenden Jahr müssen die Kinder aus den bisherigen Räumen ausziehen, weil die katholische Kirchengemeinde das Gebäude zum Pfarrbüro umbauen möchte und den Mietvertrag nicht über den 31. Dezember 2013 hinaus verlängern will.

Zum Kindergartenjahr 2013/2014 soll aus der eingruppigen dann eine zweigruppige Einrichtung werden. Für sie ist ein Neubau zwischen dem Hallenbad und dem Peter-Breuer-Stadion geplant.

Das CJD gehört zu den freien Trägern, für die das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) 91 Prozent Zuschuss vorsieht. Laut Verwaltung würde die Übernahme des Trägeranteils die Stadt bei zwei Gruppen jährlich 25.000 Euro kosten. Sie weist darauf hin, dass diese Ausgaben den freiwilligen Leistungen zuzurechnen wären.

Bei den drei Kitas der Fröbel-Gruppe in Thomasberg, Eudenbach und im Wohnpark Nord mit insgesamt elf Gruppen verfährt die Stadt nach den Bestimmungen des KiBiz. Ziel, so die Verwaltung, müsse es daher sein, den Zuschuss auch für die Kita Mikado auf KiBiz-Niveau abzusenken. Im anderen Fall sei davon auszugehen, dass die übrigen freien Träger eine Gleichbehandlung einfordern.

Die Mehrbelastung, die dann für den städtischen Haushalt entstünde, beziffert die Verwaltung auf rund 133.000 Euro. Bei einigen Kindergärten in Trägerschaft der katholischen Kirche hat die Stadt die Sonderfinanzierung in Höhe von 102 Prozent (zwei Prozent für den Verwaltungsaufwand) übernommen, als die Kirche im Jahr 2006 mit der Schließung drohte. Dazu zählen neben den beiden Gruppen in Rauschendorf je eine Gruppe in Stieldorf und Oberpleis sowie zwei Gruppen in der Altstadt.

Kirchliche Träger haben eigentlich einen Eigenanteil von zwölf Prozent zu tragen. Die Stadt Königswinter übernimmt außerdem den vierprozentigen Trägeranteil der Elterninitiativen.

Der Jugendhilfeausschuss tagt am Dienstag, 26. Juni, ab 17 Uhr im Rathaus Oberpleis.

Das CJD-Engagement in Rauschendorf

Zusätzlich pikant ist der Antrag der Jugenddorf-Christophorusschule (CJD) auf städtische Übernahme des neunprozentigen Trägeranteils bei der Kita Mikado vor dem Hintergrund, dass das CJD auch als neuer Träger des bisherigen katholischen Kindergartens in Rauschendorf im Rennen ist. Auch hier fordert die Schule eine Kostenübernahme durch die Stadt. Unter den drei Bewerbern, die nach GA-Informationen in die engere Auswahl genommen wurden, gilt das CJD als heißester Kandidat vor den Johannitern und dem Probsthof. Die Entscheidung über den neuen Träger trifft der Jugendhilfeausschuss am 26. Juni.