Gebäude mit wechselvoller Geschichte

Das ursprüngliche Gehöft "Buschhof" wurde um 1800 von Wilhelm Blankenberg erbaut. 1935 errichtete ein Kölner Versicherungsunternehmer dort ein landwirtschaftliches Gut.

Siebengebirge. (mel) Das ursprüngliche Gehöft "Buschhof" wurde um 1800 von Wilhelm Blankenberg erbaut. 1935 errichtete ein Kölner Versicherungsunternehmer dort ein landwirtschaftliches Gut.

1953 wurde der Hof Versuchsgut einer Firma für Kunstdünger. 1967 erwarb Gerhard Mertins mit seiner Firma Merex den Buschhof. Der Unternehmer vergrößerte den Besitz durch Landzukäufe auf 110 Morgen, das sind rund 275 000 Quadratmeter. In den 70er Jahren machte er aus dem Gehöft ein Naherholungs- und Sportzentrum mit Hotel, Tennisanlage, drei Restaurants und der Bar "English Pub" mit Originalmöbeln aus England. Durch einen Prozess wegen seiner Waffenexporte geriet Mertins an den Rand des Ruins.

Nachdem das Gut zwischenzeitlich an eine Bank gefallen war, kaufte er es 1989 mit finanzieller Unterstützung aus Saudi-Arabien wieder zurück. Nachdem Mertins 1993 gestorben war, versuchte seine Familie zunächst, die Immobilie zu veräußern. Als Käufer im Gespräch waren Georgien, das dort ein Kulturinstitut einrichten wollte, und Investoren, die eine Rehaklinik oder ein Erlebnisbad errichten wollten.

1994 fiel das Gut dann Mertins' Gläubiger Ahmed Badeeb zu. Bis auf kurzfristige Nutzungen als Ausweichquartier für den Deutschen Beamtenbund, dessen Bildungszentrum im Jahr 2 000 umgebaut wurde, und durch mehrere Kindergärten wurde die Anlage seitdem kaum mehr genutzt.

2 000 gab Badeeb ein Gutachten für die Neuplanung einer Hotelanlage in Auftrag. Geplant waren damals ein Fünf-Sterne-Hotel und ein Abriss der alten Hotel- und Restaurantanlagen. Die Pläne verliefen allerdings im Sande.