Ganztagsschule droht zu scheitern

Eltern in Gelsdorf reagieren mit Unverständnis

Gelsdorf. (jov) Mit großem Unverständnis reagieren Eltern und Kommunalpolitiker auf die Entscheidung der Gesamtkonferenz der Grundschule Obere Grafschaft in Gelsdorf, die Einrichtung einer Ganztagsschule abzulehnen. Als Grund nennt Rektorin Jeanette Schroerlücke in einem Schreiben an Bürgermeister Achim Juchem fehlende Räumlichkeiten, die die Umsetzung des pädagogischen Konzeptes unmöglich machten.

Juchem sieht zwar noch nicht sämtliche Felle weggeschwommen: "Wir stecken mitten in einem Prozess und müssen nun laut Ratsbeschluss prüfen, welche Optionen wir haben." Doch auch er lässt sich anmerken, dass er über den plötzlichen Meinungsumschwung alles andere als begeistert ist.

Schließlich hatte der Gemeinderat die Entscheidung für die Grundschule Gelsdorf als ersten Standort einer Ganztagsschule in Angebotsform vor allem deshalb getroffen, weil die Schulleitung noch am 11. April offiziell schrieb: "Die Schulleitung und das Kollegium sprechen sich für die Einrichtung einer Ganztagsschule an der Grundschule Obere Grafschaft aus."

Allerdings mit der Maßgabe, dass der Bedarf durch die Eltern gegeben sein müsse und dann die zusätzlichen notwendigen räumlichen Voraussetzungen baulich zur Verfügung gestellt würden.

Mittlerweile hat die Schule ein pädagogisches Konzept für ein Nachmittagsangebot mit dem Titel "Fit durch Bewegung" erarbeitet. Zugleich legte Schroerlücke eine Liste mit zehn Forderungen vor, die zur optimalen Umsetzung notwendig seien. Insbesondere eine Turnhalle wird als unabdingbar angesehen, die auch als Schulaula und Spielplatzersatz dienen soll.

Ebenso würden bis zu vier weitere Klassenräume benötigt, dazu ein großer Spielraum und ein großer Ruheraum, ein Speisesaal mit angrenzenden Wirtschaftsraum, eine Schulküche, ein Werkraum, zwei Behindertentoiletten, ein Konrektoren-Büro sowie ein Arztzimmer.

Der Grafschafter CDU-Vorsitzende Michael Schneider betont, der Gemeinderat habe bereits seine Bereitschaft dokumentiert, die notwendigen Maßnahmen nach und nach sicherzustellen.

"Ich hoffe, dass das Kollegium die Sache noch einmal überdenkt, um zumindest für eine Übergangszeit einen Weg zu finden, die Ganztagsschule doch noch zu verwirklichen, ohne dass die Gemeinde gleich für soviel Geld neu bauen muss."