Friedenspolitik macht "sehr viel Spaß"

250 Schüler simulieren in Bonn von Mittwoch bis Sonntag eine Sitzungswoche der Vereinten Nationen - Sie sollen dadurch die Bedeutung der Organisation für den Frieden in der Welt begreifen lernen

Bonn. (val) "Damit ist die Resolution verabschiedet", sagt die Vorsitzende der Abrüstungskommission. Sie ermahnt die Delegierten zur Ruhe im Saal und bittet "Malta, die nächste Resolution vorzulesen." Der Vertreter aus Bahrain ist mit landestypischer Kopfbedeckung erschienen, die meisten anderen Delegierten im Saal tragen Anzug beziehungsweise Kostüm. Das Schwerpunktthema der UN-Sitzungswoche lautet "Kriege für den Frieden?" Kontroverse Debatten sind programmiert, und Generalsekretär Ben Bommert wird immer wieder zu wichtigen Fragen herbeigerufen.

Die Vereinten Nationen tagen zurzeit in Bonn, dieses Mal auf dem Venusberg als Schüler-Planspiel United Nations (SPUN). 250 deutsche Schüler der 10. bis 13. Klasse aus dem In- und Ausland erleben bis Sonntag aktiv eine Sitzungswoche in Ausschüssen und Kommissionen - mit Flaggen, Debatten und Resolutionen. Das Projekt wird unter anderem vom Zentrum für Friedenskultur, der Stadt Bonn, der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) und dem Auswärtigen Amt getragen. Schirmherr ist Bundestagspräsident Wolfgang Thierse.

Martina Müller, 18 und Schülerin aus Erlangen, vertritt Guinea und macht zum ersten Mal beim SPUN mit: "Ich finde es spannend zu erfahren, wie die Debatten bei UN-Versammlungen ablaufen. Außerdem möchte ich mehr über konkrete Friedenspolitik erfahren." Dem 16-jährigen Sebastian Oberbillig, der in Paris in die deutsche Schule geht, macht SPUN "sehr viel Spaß". Er interessiere sich für die Politik der UN und könne diese nun ganz praktisch erleben.

Wobei die Schüler die Bedeutung der größten Staatengemeinschaft für den Frieden in der Welt begreifen lernen sollen. "Denn gerade in Deutschland werden die Vereinten Nationen kritisch bewertet", sagte Alexander Graf York zu Wartenburg von der DGVN am Freitag bei der "Vollversammlung". "Aber selbst die Kritiker halten die UN für unverzichtbar."