Fröste haben den Kirschen nicht geschadet

Kirschen gab es in ausreichender Menge.

AHRWEILER. Anbauer von Steinobst sind zufrieden mit der Saison 2011. Denn trotz der Fröste im Mai war die Menge bei Süßkirschen in Ordnung, die Zwetschen erfüllten die Ernteprognosen, und die Sauerkirschen erlebten ein neues Hoch.

Das ergab der Erfahrungsaustausch beim 37. Bundessteinobstseminar, zu dem sich 120 Teilnehmer aus Deutschland und den Nachbarländern in der Jugendherberge Ahrweiler getroffen hatten.

Organisiert war die Veranstaltung vom Kompetenzzentrum Gartenbau (Klein Altendorf) des DLR, der Bundesfachgruppe Obstbau und dem Bundesverband landwirtschaftlicher Fachbildung. Referenten aus dem In- und Ausland stellten Forschungsergebnisse und Erfahrungen vor.

Obst wächst längst nicht mehr so, wie Gott es erschaffen hat. Durch Züchtungen kommen saftige, vitaminreiche Früchte auf den Markt, wird die Arbeit in den Plantagen leichter und das Einkommen der Anbauer sicherer. Beim Steinobstseminar wurden die Ergebnisse von Versuchen mit neuen Erziehungssystemen und neuen Unterlagen für Kirschen und Pflaumen vorgestellt.

Thema waren auch Untersuchungen zur Entwicklung der Kirschfrucht von der Blüte bis zur Reife. Resultat: Eine gute Versorgung der Bäume nach der Ernte ist wichtig für eine gute Blütenqualität im nächsten Frühjahr.

Bei den Zwetschen hatten Schweizer Untersuchungen gezeigt, dass Ausdünnen der Bäume zu süßeren, aromatischeren Früchten führt. Das ist wichtig, weil Pflaumen mehr als früher auf den Tisch kommen und nicht nur für saftige Kuchen verwendet werden sollen. Serbien wird als Mitbewerber im Obstbau bedeutender. Darum verfolgten die Seminarteilnehmer mit Interesse einen Vortrag über Steinobstanbau und -forschung in dem Land.

Im professionellen Anbau von Kirschen und Pflaumen kann auf Pflanzenschutzmittel nicht verzichtet werden. Das Seminar befasste sich mit Möglichkeiten, ihren Einsatz so gering wie möglich zu halten. Das betrifft auch den Bio-Anbau, wo Kupfer als wichtiges Fungizid verwendet wird.

Für den konventionellen Anbau wurden Spritzdüsen vorgestellt, die sehr sparsam und gezielt arbeiten. Probleme macht die Kirschfruchtfliege, die bekämpft werden muss, weil madige Früchte nicht zu verkaufen sind. Auch hier sollen die Insektizide so gering wie möglich dosiert werden.