Eine Stätte der Begegnung feiert Premiere

Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit weihten die Sankt-Hubertus-Schützen in Rhöndorf am Sonntag ihr neues Domizil ein - Ministerpräsident Wolfgang Clement gratulierte zu dem "herrlichen Bau"

Rhöndorf. Es war ein großer Tag im Vereinsleben der Rhöndorfer Hubertusschützen, und sicherlich der größte für Präsident Peter Profittlich: Immer wieder musste sich er sich angesichts des riesigen Andrangs im Schützenhaus mit einem großen Taschentuch über die Stirn wischen.


Dutzende von Ehrengästen - allen voran Landesvater Wolfgang Clement - und hunderte Bürger und Mitglieder befreundeter Vereine waren am Sonntag zur feierlichen Einweihung des neuen Domizils der Schützen im Löwenburger Tal erschienen.

Selbst der Herrgott schien den Schützen wohl gesonnen zu sein: Bei strahlendem Sonnenschein wurde zum Auftakt auf der Wiese neben dem Schützenhaus ein Festgottesdienst gefeiert, den Monsignore Franz Lurz, Präses Herbert Breuer und Diakon Franz Gunkel gemeinsam zelebrierten. Das Ittenbacher Bläsercorps sorgte für die musikalische Umrahmung.

"Die Schützen haben bewiesen, dass mit Gemeinschaftsgeist, Bürgersinn und Heimatliebe schier unerreichbare Ziele tatsächlich verwirklicht werden können," sagte Bürgermeister Peter Brassel, der anschließend als erster in der großen Schar der Gratulanten das Wort ergriff. Besonders würdigte er, dass das Gebäude nicht nur ein Heim für die Schützen, sondern auch ein Haus der Bürger sei: "Die Schützen haben in ihrer Satzung die Förderung des Gemeinsinns und der bürgerlichen Eintracht verankert."

Ein großes Dankschön richtete das Stadtoberhaupt an Peter Profittlich, "der das Projekt unermüdlich vorangetrieben hat". Als Erinnerung an den denkwürdigen Einweihungstag überreichte Brassel den Schützen einen Zinnteller mit Rhöndorfer Wappen.

Jemand, der sich nach eigenen Worten ganz besonders freute, "bei diesem wunderbaren Fest dabei zu sein", war Ministerpräsident Wolfgang Clement: "Ich gratuliere allen Schützen zu diesem herrlichen Bau." Was die vielen ehreamtlichen Helfer hier geschaffen hätten, sei eine stolze Leistung, die Respekt verdiene. Solch ein bürgerschaftliches Engagement, das hier an den Tag gelegt worden sei, "ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält". Besonders bemerkenswert findet er auch, dass die Einrichtung behindertengerecht sei. "Sie haben damit ein deutliches Zeichen der Solidarität mit behinderten Mitmenschen gesetzt."

"Heute ist ein denkwürdiger, aber vor allem freudiger Tag für uns Schützen", sagte Profittlich. "Viel Mut und viel Arbeit war notwendig, um das Ziel zu erreichen und unser Heim aufzubauen." Das Haus solle jetzt stets offen sein für alle Menschen, "die Spaß an dem Sport und Freude am geselligen Umgang mit ihren Mitmenschen haben". Profittlich sah nun auch den Zeitpunkt gekommen, Dank zu sagen "den Helfern und Sponsoren - allen, die daran beteiligt waren, das Schützenhaus zu errichten".

8 000 Stunden Eigenleistung stecken in den 450 Quadratmeter großen Gebäude. "Das entspricht einem Gegenwert von 120 000 Mark an Arbeitslohn", rechnete der Präsident vor. Viele Mitglieder opferten ihre Freizeit, um Wände zu pinseln, Schießstände aufzubauen oder Möbel neu zu polieren. 44 fleißige Helfer waren in den vergangenen zwei Jahren sogar jeweils mehr als 50 Stunden auf der Baustelle im Einsatz. Sie wurden jetzt mit silbernen Dankmedaillen für ihr besonderes Engagement ausgezeichnet.

Allen voran ein "Mann der Tat, der hält was er verspricht": Siegfried Westhoven. Profittlich: "Er war nicht nur Bauunternehmer, sondern auch Berater, Koordinator und Mutmacher. Über 100 Stunden hat er auf der Baustelle verbracht, teilweise im dunklen Anzug mit Gummistiefeln." Für dieses unermüdliche Engagement wurde Westhoven zum Ehrenmitglied der Hubertus-Schützen ernannt.

Ein dreifaches "Horrido" gab es auch für die Sponsoren, die teils tief in die Geldbörse gegriffen hatten, damit der 500 000 Mark teuere Bau überhaupt realisiert werden konnte. "Wir konnten Einzelspenden in Höhe von bis zu 10 000 Mark verzeichnen", sagte Profittlich dankbar. 160 000 Mark seien zudem über die Aktion "Bausteine" zusammengekommen.

Die Tatsache, dass das Schützenhaus eine Sportstätte für Jung und Alt sein soll, griff der Präsident des Deutschen Schützenbundes, Josef Ambacher, in seiner Ansprache auf: "Dieses Haus ist eine Stätte der Begegnung, die sicher bedeutend für die Zukunft der Schützen sein wird."