"Eine Hochschule des Vertrauens und der Treue"

<b>Den Gottesdienst </b> anlässlich der Geburtstagsfeier im Aloisiuskolleg zelebrierte Joachim Kardinal Meisner.

<b>Den Gottesdienst </b> anlässlich der Geburtstagsfeier im Aloisiuskolleg zelebrierte Joachim Kardinal Meisner.

Feiern anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Aloisiuskollegs sommerlich-heiter abgeschlossen

Bad Godesberg.Sommerlich-heiter wurden die Feiern anlässlich des 100-jägrigen Bestehens des Aloisiuskollegs am Sonntag mit dem Kollegfest abgeschlossen. Das zurückliegende Schuljahr stand am Aloisiuskolleg ganz im Zeichen des hundertjährigen Bestehens der Schule. Aus den zahlreichen Aktivitäten im Jubeljahr ragte zweifellos die Aufführung der "Schöpfung" von Joseph Haydn in der Beethovenhalle in Bonn heraus.

Eröffnet wurde das Kollegfest mit einem Festgottesdienst in der Kollegkirche, den Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln, zelebrierte.

"Stimmt an die Saiten, ergreift die Leier", mit diesem Chor aus Haydns "Schöpfung" wurde der Einzug der Zelebranten musikalisch umrahmt. Unter den Gästen befand sich auch Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann. Der designierte Schulleiter Bernhard Wißmann sprach die Fürbitten. Bereits in seinen kurzen Begrüßungsworten nahm Kardinal Meisner Bezug auf das Jubiläum und dankte für hundert Jahre "göttlichen Beistand", der das Bestehen des Kollegs gesichert habe.

In seiner Predigt erinnerte Meisner an die jesuitischen Erziehungsideale, denen sich das Aloisiuskolleg verpflichtet fühlt. Eine "Hochschule des Vertrauens, der Führung und der Treue" müsse das Kolleg sein. "Der Pädagoge muss Vertrauen wagen, genauso wie Gott es getan hat", führte Meisner aus. Außerdem solle das Kolleg einen Raum aus Führung und Gehorsam bieten, sonst werde aus dem "Mikrokosmos Mensch ein Makrochaos". Als drittes müsse das Prinzip der Treue vorgelebt werden, gerade in einer Zeit, die durch zunehmende Brüche im Leben der Menschen gekennzeichnet sei. Die Kinder und Jugendlichen seien die eigentliche Zukunft, so der Kardinal. Technik und Ökonomie seien dagegen lediglich das Instrumentarium. Die jahrhundertealte Schulerfahrung der Jesuiten biete ein notwendiges Korrektiv zu den gesellschaftlichen Problemen der Gegenwart.

Einen würdigen musikalischen Rahmen erhielt die Messe durch die Mitwirkung der Chöre und des Orchesters des Kollegs unter Leitung von Norbert Kucera.

Vor genau hundert Jahren übernahm die "deutsche Provinz der Gesellschaft Jesu" das Aloisiuskolleg im niederländischen Sittard. Dorthin war der Orden wegen des Jesuitengesetzes ausgewichen. 1927 kaufte der Orden das Schloss des Grafen von der Heydt samt einem 45 Morgen großen Park.

Die Einführung der Koedukation ab dem Schuljahr 2002/2003 wird als ebenfalls als ein bedeutsamer Einschnitt in die Geschichte der Schule eingehen. Beim AKO-Fest warf dieses Ereignis schon seine Schatten voraus. Sechstklässler führten ein selbstgeschriebenes Stück mit dem Titel "Der AKO-Geist" auf. Der haust im Klassenschrank und ist ein echter Frauenfeind. Doch die Schüler konnten den Weibermuffel bekehren und ihm sogar zu einer Freundin verhelfen.

Die Klassen 5 und 12 präsentierten künstlerische Arbeiten, die unter dem Motto "AKO 2100" entstanden waren. Udo Klusch zeigte ein Bild mit dem Titel "Ballungsraum AKO", ein utopisches Lernzentrum, das von einem gigantischen Wissensspeicher in Form einer Kugel beherrscht wird. Die jüngeren Künstler kamen da auf handfestere Ideen: ein "Educator" zum Beispiel, ein silberner Stuhl, auf dem man Platz nimmt, um sich Wissen einzutrichtern, oder dienstbereite Roboter, die dem müden Schüler morgens das Aufstehen erleichtern. Ob physikalische Experimente mit Glasfaser oder Luftkissen, ob englisches Theater oder römische Komödie: Fast alle Klassenräume waren mit kleinen Gruppen belegt, die die Ergebnisse der vorangegangenen Projekttage präsentierten.