Flugplatz Hangelar

Ein Hubwagen für die Hubschrauber

Die Rettungshubschrauber des ADAC werden am Flugplatz Hangelar gewartet.

SANKT AUGUSTIN. Am Flugplatz Hangelar werden die Helikopter über einen neuen Weg zum Tanken gefahren. Da sollte man meinen, wenn es um Fluglärm in Hangelar geht, ist das Interesse groß. Weit gefehlt, zumindest gemessen an der Zahl derjenigen, die dem Aufruf der CDU zum Bürgerdialog über den Flugplatz Hangelar gefolgt waren.

Gerade sieben Interessierte saßen verloren im bestuhlten Pfarrsaal Sankt Anna, um sich über die Entwicklungen am Flugplatz zu informieren.

Die beiden Hangelarer CDU-Stadtverordneten Georg Schell und Jörg Bambeck hatten zur Diskussion eingeladen und kompetente Gesprächspartner auf das Podium geholt: Thomas Hütsch, Geschäftsführer der ADAC-Luftfahrttechnik (ALT), sowie den Leiter der Fliegergruppe der Bundespolizei, Polizeidirektor Thomas Helbig.

Neues wusste Hütsch aus seinem Hause zu berichten. Noch fliegen die Rettungshubschrauber zu der wenige Meter von den Wartungshallen entfernten Tankstelle, wenn sie Sprit benötigen. In wenigen Wochen indes werden die Rotoren dafür nicht mehr angeworfen. "Die Genehmigung ist da, im Juni werden wir mit dem Bau des Weges von den Wartungsplätzen zur Tankstelle beginnen", berichtete Hütsch.

Ganz so einfach ist es nicht gewesen, die Genehmigung für den Weg zu bekommen. So musste eigens ein Gutachten angefertigt werden, weil der Rasen unter Naturschutz steht: 40 Seiten für einen zehn Meter langen und 2,50 breiten Weg. "An anderer Stelle müssen wir das, was wir zerstören, auch wieder rekultivieren", so Hütsch. Doch sein Unternehmen mache das gerne, seien damit doch nicht nur weniger Lärm, sondern auch weniger Kosten für das Unternehmen verbunden. "Wir sparen rund 100 Flugbewegungen ein", so Hütsch.

Aufwendig ist die neue Art des Tankens schon. So wurde eigens für den Transport der Hubschrauber ein Hubwagen mit speziellen Halterungen und geländegängigen Rädern entwickelt. Letzteres ist deshalb notwendig, weil der Weg aus Rasengittersteinen besteht. Mit dem elektrisch gesteuerten Wagen fahren die ALT-Mitarbeiter unter den Hubschrauber, heben ihn an und fahren das rund 3350 Kilogramm schwere Fluggerät über dem Weg zur Tankstelle und wieder zurück. Hütsch berichtete weiter, dass der ADAC bis zum Jahr 2017 alle älteren Luftrettungs-Hubschrauber gegen neue und leisere austauscht. "Die neuen Modelle müssen dann nicht schon alle 600, sondern erst alle 800 Stunden gewartet werden."

Ferner arbeiten Studenten der TU Aachen derzeit an einem Forschungsprojekt, in dem untersucht wird, welche Untergründe den Lärm beim Bodenlauf der Helikopter am besten absorbieren. Eventuell steht laut Hütsch am Ende des Projektes eine lärmmindernde Landeplattform. "Bei Westwind ist der Hubschrauberlärm schon sehr störend. Aber es wird etwas getan, das ist ja schon mal gut", sagte ein Bürger.

Thomas Helbig sagte, dass die Bundespolizei seit 1999 die Flotte an Einsatzhubschraubern komplett erneuert habe. Rund 7000 Flugbewegungen im Jahr verzeichne die Bundespolizei bei ihren ganzjährigen Schulungsflügen. "Wir starten und landen zwar hier. Zur Schulung selbst fliegen wir aber nicht am Platz", so Helbig.

Das sei ja schon notwendig, was die Bundespolizei mache, meinte ein Zuhörer. "Aber bei den vielen Hobbyfliegern sieht das ganz anders aus."