Nachfolger für Lothar Vreden

Ein Chefarzt für den Heimatverein

Führen den Heimatverein Oberdollendorf in der Zukunft: Das Team um den neuen Vorsitzenden Peter-Wilhelm Kummerhoff (2. von rechts).

26.04.2012 OBERDOLLENDORF. Vor einem Jahr legte Peter-Wilhelm Kummerhoff das Skalpell aus der Hand. "Chef" nannten ihn seine Mitarbeiter gerne. Jetzt ist der pensionierte Chefarzt des Cura-Krankenhauses Sankt Josef in Königswinter wieder Chef. Die Mitglieder des Heimatvereins Oberdollendorf und Römlinghoven wählten ihn einstimmig zum neuen Vorsitzenden.

Mit dieser Personalie sorgte Lothar Vreden für eine große Überraschung. Bei der Suche nach einem Nachfolger hatte er den Mediziner für die Kandidatur gewinnen können. Kummerhoff: "Es ist toll, was der Verein geleistet hat." An der fehlenden Vereinsführung dürfe die Zukunft nicht scheitern. Denn nach 21 Jahren als Vorsitzender wollte sich Vreden definitiv "zur Ruhe setzen". Das hätte im schlimmsten Falle die Auflösung des Vereins bedeutet (der General-Anzeiger berichtete).

Kurz nach seinem Zuzug nach Oberdollendorf im Jahre 1978 trat Kummerhoff in den Heimatverein ein. Der sehr an Geschichte interessierte Arzt besuchte alle Ausstellungen im Brückenhofmuseum, mit seinen Assistenzärzten nahm er an Führungen und Vorträgen teil. "Man muss auch die Historie eines Ortes kennen, in dem man lebt und arbeitet." Der gebürtige Neusser lud alle Mitglieder dazu ein, Anregungen zu geben. Kummerhoff: "Ich hoffe, dass wir die Jugend noch stärker gewinnen können."

Neuer zweiter Vorsitzender ist Gerhard Fieberg. Er lebt seit 20 Jahren in Oberdollendorf. Der Jurist war Bundesanwalt am Bundesgerichtshof und Gründungspräsident des Bundesamtes für Justiz. Die Kasse des Vereins führt Vinzenz Mewis weiter, Archivarin bleibt Petra Wawrzyniak und Schriftführer Karl-Josef Thiebes. Beisitzer sind der bisherige Vize Rainer Schmitz, Willi Schuchert, Robert Riedel und Sigi Gerken. Kassenprüfer: Fritz Kurz und Helmut Trimborn.

Lothar Vreden zog eine Bilanz, dankte den Vorstandskollegen und Mitgliedern und berichtete über bewegende Momente. Etwa von den allsonntäglichen Museumsbesuchen von "Broels Billa und ihrer Schwester Agnes Blöser", die dann die Leute auf den alten Gruppenbildern identifizierten. Oder: "Wir hatten sogar eine Königin im Museum!" Eine Bienenkönigin mit Volk bei der Imker-Ausstellung.

Letzte Amtshandlung Vredens: Er ehrte langjährige Mitglieder und zeichnete Theo Molberg und Dieter Mechlinski mit der Brückenhof-Verdienstmedaille aus. Molberg hat besonders bei der Ahnen- und Familienforschung von Ober- und Niederdollendorf sowie Heisterbach wichtige Erkenntnisse geliefert. Mechlinski verfasste Texte für die Ausstellungen im Museum, absolvierte Führungen durch Sonderausstellungen und schrieb ein Büchlein über den jüdischen Kaufmann Ottmar E. Strauss.

Dann die große Überraschung für Lothar Vreden. Rainer Schmitz und Karl-Josef Thiebes überreichten ihm ebenfalls die Brückenhof-Verdienstmedaille. Schmitz: "Eigentlich müsste die ja in Platin sein. Lothar Vreden hat sich große Verdienste um den Verein erworben." Nächster großer Termin: Der Heimatverein feiert am 28. Oktober sein 50-jähriges Jubiläum mit Festakt, Zeitreisen-Ausstellung und Ehrung der Mitgründer.

 

Ehrungen

  • Geehrt wurden für 25-jährige Mitgliedschaft: Rolf Beitzel, Laurenz Blöser, Josef Blöser, Angelika Büttgenbach, Renate Hübscher, Dieter Hübscher, Ansgar-Sebastian Klein, Hans-Joachim Maahs, Bruno May, Elli Obermeyer, Annemarie Richarz, Hartmut Richter, Karl Schmitz, Willi Schmitz, Hans-Joachim Schramm, Willi Schumacher, Uwe Schwarz, Doris Selbach, Anita van der Viven, Dieter Wald, Richard Wallraf.
  • Seit 40 Jahren dabei sind: Rolf Geisen, Martin Heinecke, Siegfried Marten, Robert Rupprath, Peter Wagner, Angela Thiebes, Josef Vollmer, Rudi Vogt, Margot Lieberwirth, Karl Winzen. Auch sie erhielten Urkunden und Präsente.

  (Roswitha Oschmann)