Eifel-Krimi-Autor kritisiert Ausbau des Nürburgrings

28.04.2010 Der Erfinder der "Eifel-Krimis", Jacques Berndorf, hat den Ausbau des Nürburgrings als viel zu gewaltig und teuer kritisiert. Die Bewohner der Region hätten etwas ganz anderes als den umstrittenen Freizeitpark an der Rennstrecke in der Eifel gewollt, sagte der Krimiautor.

Mainz. (dpa) Der Erfinder der "Eifel-Krimis", Jacques Berndorf, hat den Ausbau des Nürburgrings als viel zu gewaltig und teuer kritisiert. Die Bewohner der Region hätten etwas ganz anderes als den umstrittenen neuen Freizeitpark an der Rennstrecke in der Eifel gewollt, sagte der Krimiautor am Dienstag. "Sie haben bis jetzt nur Größe gekriegt", ergänzte Berndorf, der selbst in der Eifel lebt. Auch sein neuer Krimi "Die Nürburg-Papiere" spielt an der Rennstrecke. Das Buch soll Ende Mai erscheinen.

Zugleich stellten mehrere Motorsportexperten ein alternatives Betreiberkonzept für den Nürburgring vor. Sie sprachen nach eigener Aussage für "50 bis 500 Leute" aus der Region, darunter auch etwa 50 Unternehmen. Sie forderten eine Rückkehr zum Kerngeschäft der Rennen, die wirtschaftliche Abtrennung der neuen Freizeitangebote und den Abriss des Action-Museums "Ringwerk".

All diese Attraktionen seien ein "Luftschloss auf Sand" mit zu hohen Kosten und zu wenigen Besuchern. Mit der aggressiven Werbung etwa für Judo-Events, Abba-Spektakel und "Karneval im Advent" verliere die legendäre Rennstrecke ihre Glaubwürdigkeit, monierte der Anbieter einer Nürburgring- Internetseite, Mike Frison.

Der ehemalige Marketingleiter der Nürburgring GmbH, Stefan Róta, kritisierte, dass entgegen früherer Zusagen dieser größtenteils landeseigenen Gesellschaft das alternative Betreiberkonzept gar nicht geprüft worden sei. Stattdessen habe sich die SPD-Landesregierung sogleich für den Projektentwickler Mediinvest und die Hotelkette Lindner entschieden.

"Deswegen waren wir sehr verzweifelt und entmutigt", sagte Róta. Laut Frison geht dennoch der "Kampf David gegen Goliath" weiter. Das alternative Konzept sieht vor, dass eine von regionalen Gewerbetreibenden und von Zulieferern getragene Betreibergesellschaft einen Pachtvertrag mit der Nürburgring GmbH schließt.

Ein Sprecher des Mainzer Wirtschaftsministeriums sprach von einer "Präsentation weitgehend vager Vorstellungen ohne konkrete Substanz".