Drei "Störfaktoren" blockieren den Park-Ausbau

Die Bonner Rheinaue sollte bis zum Wasserwerk hin verlängert werden, doch ein Parkplatz und mehrere Bürogebäude stehen im Weg - Der Architekt des Parks bedauert die Entwicklung

Bonn. Pünktlich zu seinem 25-jährigen Jubiläum sollte der Rheinauenpark vollendet sein. Gottfried Hansjakob, Münchener und "Vater" der Rheinaue, sollte den Park jetzt von seinem nördlichen Ende am Schiffchensee bis zum Wasserwerk hin gestalten. So war''s geplant und von der Stadt auch gewollt. Doch "drei Störfaktoren" (Hansjakob) verhindern die Umsetzung. Nun wird lediglich ein Mini-Konzept umgesetzt - der Umbau der Charles-de-Gaulle-Straße.

Entlang dieser Straße liegen die genannten "Störfaktoren":

  • Das ehemalige Planungsbüro des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Der Bund hatte versprochen, den Flachbau nach Fertigstellung des Schürmann-Baus wieder zu entfernen. Doch Provisorien leben in Bonn lang, bisweilen sehr lang: Die BBR-Bauexperten sind kürzlich in die Adenauerallee 120/122 umgezogen, und die Stadt hat ihr Ex-Bürohaus vom Bund übernommen. In Kürze wird es mit finanzieller Unterstützung des Bundes - der Zuschuss beträgt 136 000 Euro - umgebaut, und zwei Monate später ziehen dort fünf internationale Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt und Klima mit insgesamt 70 Mitarbeitern ein.
  • Wenige Meter weiter nördlich befindet sich ein Parkplatz für 300 Autos. 1992 war er vom Bund für rund 250 000 Euro angelegt worden - mit dem Versprechen, ihn "termingerecht 1996" wieder zu beseitigen. Unter dieser Voraussetzung hatte seinerzeit der Landschaftsbeirat dem Umbau dieser Grünfläche zugestimmt. Nun wird nach dem Willen der Stadt aus dem Provisorium wahrscheinlich eine Dauerlösung - und der Rheinuferweg massiv eingeengt. Das Areal soll dem geplanten Internationalen Kongresszentrum Bundeshaus Bonn (IKBB) als zusätzliche Parkfläche dienen.
  • Gleich gegenüber steht ebenfalls ein einst als Provisorium gedachtes Projekt - jene Bürocontainer, die nach der Wende auf die Schnelle für die Bundestagsabgeordneten aus den neuen Ländern aufgestellt worden waren und in diesem Jahr wieder abgerissen werden sollten. Inzwischen sind die Volksvertreter gen Berlin abgezogen, und die Fiscus GmbH, deren Gesellschafter der Bund und die Länder sind, hat sich dort etabliert. Vorerst hat die Stadt ein "Bleiberecht" bis 2006 zugesichert.

"Sehr schade" findet der Landschaftsarchitekt diese Entwicklung. Denn damit ist der Abschluss der Arbeiten am Park auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Dabei hatte sich die Sache in unmittelbarer Nachbarschaft schon sehr gut angelassen. "Uns ist es gelungen, die Grünzonen rund um Post-Tower und Schürmann-Bau in das Gesamtkonzept zu integrieren", sagt Hansjakob, der besondere Freude an dem alten Baumbestand - Eicheln, Pappeln, Platanen, Ahorn und Linden - aus dem vorletzten Jahrhundert hat: "Hier wird jetzt auch deutlich, dass Rheinaue und Gronau eine Einheit geworden sind." Zudem sei durch den Hochweg und die Fußgängerbrücke zwischen Post-Tower und Rheinland-Pfalz-Pavillon die "städtebauliche Anbindung des Parks" gelungen: "Das Viertel ist an den Rhein herangewachsen."

Ab kommendem Frühjahr geht''s dann an das "Light-Programm Charles-de-Gaulle-Straße". Diese sollte ursprünglich zurückgebaut und für den Verkehr weitgehend gesperrt werden. Nun entsteht doch wieder eine "richtige" Straße. "Der Verkehr bleibt drin", bedauert Hansjakob. Unterm Strich handelt es sich bei der Aktion eher um optische Kosmetik: Die Fahrbahnen sollen unter Verwendung der alten Pflastersteine lediglich aufgepäppelt werden.

Der einst als "Vorgarten des Bundes" bezeichnete Park war Mitte der siebziger Jahre von Gottfried Hansjakob geschaffen und offiziell am 27. April 1979 mit der Eröffnung der Bundesgartenschau den Bonnern übergeben worden.