Meckenheimer Veranstaltungsreihe

Die Zeit der Mottojahre ist vorerst vorbei

"Spurensuche" lautete das Motto 2010: Bei einer Ausstellung mit alten Bildern aus Meckenheim wurden bei vielen Betrachtern Erinnerungen wach.

MECKENHEIM. Zehn Jahre überlebte die Idee der Meckenheimer Mottojahre, jetzt steht offenbar ihr Ende bevor. Wie seit längerem beschlossen, wird es für 2012 kein Motto geben. Wie es danach weitergeht, muss der Kulturausschuss allerdings noch entscheiden.

Die Idee, Jahr für Jahr eine Veranstaltungsreihe unter ein Leitwort zu stellen, stammte von der früheren Bürgermeisterin Yvonne Kempen. Sie wollte auf diese Weise Besonderheiten der Stadt in den Vordergrund stellen. Der jetzige Verzicht auf ein Mottojahr soll ein Gewinn für die Kulturtage werden. Auch sie gibt es schon seit mehr als zehn Jahren in der Stadt. Zunächst war es nur ein Tag, an dem kulturelle Darbietungen angeboten wurden, später dauerten die Kulturtage eine, schließlich zwei Wochen.

Bei den 14. Kulturtagen in diesem Jahr soll erstmals einen Monat lang vom 1. bis zum 31. Juli das kulturelle Leben in Meckenheim vor- und ausgestellt werden. Bewährt sich diese Änderung, dann bedeutet dies das endgültige Aus für das Mottojahr, denn beides könne die Verwaltung auf keinen Fall organisieren, sind Co-Dezernent Hans-Karl Müller und Stadtarchivarin Ingrid Sönnert überzeugt.

Frei von Querelen war das Mottojahr ohnehin nur in den letzten Jahren. Zuvor wurde vieles im allgemeinen Streit um die damalige Bürgermeisterin zerredet, immer wieder stand daher das gesamte Projekt infrage. Lange und heftig stritten etwa der Kulturausschuss und die Bürgermeisterin darüber, wer das jeweilige Mottojahrthema festlegen sollte. Der Kulturausschuss des Stadtrates forderte ein Mitspracherecht.

Auch die Bürger sollten mitbestimmen können. Kempen dagegen wollte die Entscheidung im engen Zirkel des Arbeitskreises belassen. Man einigte sich schließlich darauf, dass der Arbeitskreis eine Vorauswahl trifft, der Ausschuss die endgültige Entscheidung herbeiführt.

Für Streit sorgte eine Änderung durch den Ausschuss. Auf Anregung von Heidi Wiens (SPD) wurde das Motto des Jahres 2008 "Meckenheim Culinaria" um den Zusatz "Meckenheim is(s)t gesund" erweitert. Für den Vorsitzenden des Bürgervereins, Bernhard Granz, wurde dadurch seine Idee verfremdet. Er hatte einen französischen Markt auf dem Kirchplatz geplant. Erst nachdem der Kulturausschuss ihm mehrfach versichert hatte, dass der Gesundheitsaspekt nicht grundsätzlich im Vordergrund stehe, lenkte er ein. Kombiniert wurde der französische Markt mit den "Schlemmertagen" der Gastronomen, die allerdings erst nach mehrmaliger Anfrage mit im Boot waren.

Immer dabei war hingegen Stadtarchivarin Ingrid Sönnert. Rückblickend zieht sie eine positive Bilanz, allerdings mit der Maßgabe, dass Stadtmitarbeiter in die Umsetzung sehr stark eingebunden waren. Letztendlich war es auch diese personelle Belastung, die zum Vorschlag der Verwaltung führte, das Mottojahr aufzugeben. Besonders engagiert sei die Stadt im ersten Jahr, dem "Jahr des Apfels" 2001 gewesen, erinnert Sönnert sich im Gespräch mit dem GA. Eine Blütentour, ein Apfelkochbuch, ein Apfelfest und jede Woche eine Kolumne im Amtsblatt seien nur einige Aktivitäten gewesen, die von der Stadt organisiert wurden.

Unterstützung gab es in allen Jahren von den Meckenheimer Künstlergruppen "EigenArt" um Goldschmiedin Heide Simm und "Begegnungen" um Gisela Jentsch ("Stella Dorée"). Auch Vertreter des Heimat- und des Bürgervereins waren verlässliche Akteure. Zu den besonderen Momenten zählten für Sönnert im "Jahr der Rose" der Rosenmarkt im Sängerhof und der Wettbewerb der "offenen Gärten".

Auch an die Auftaktveranstaltung auf dem Merler Dorfplatz zum "Jahr der Plätze" erinnert sie sich gern. Engagiert seien auch die Chöre der Stadt gewesen, als das Motto "Meckenheim cantat" lautete. Geblieben ist ein eigens komponiertes Lied vom Chorleiter des Männergesangvereins Eintracht Altendorf, Helmut Ellerkamp. Den Text hatte die Bürgermeisterin geschrieben.

Viel Resonanz gab es auch bei der Veranstaltung der Polizei zum Mottojahr "Spurensuche". Sie zeigte Kindern das Lesen von Fuß- oder Fingerabdrücken. Weniger erfolgreich waren andere Veranstaltungen wie das Kino im Adendorfer "Drehwerk": Beim Film "Spurensuche" blieben die Zuschauer leider aus.

 

Die Mottojahre

Die Vielfalt des Lebens in der Stadt Meckenheim spiegelt sich in den zehn Themen der Mottojahre wider. Alles begann 2001 mit dem "Jahr des Apfels". 2002 trafen sich die Meckenheimer zum Singen unter dem Motto "Meckenheim cantat". 853 nach Christus wurde Meckenheim erstmals urkundlich erwähnt. So wurde das Stadtjubiläum "1150 Jahre Meckenheim" als Motto im Jahr 2003 ausgerufen.

2004 war das "Jahr der Rose" und 2005 das "Jahr des Baumes". "Meckenheimer Plätze entdecken und beleben" hieß es 2007. "Meckenheim Culinaria - Meckenheim is(s)t gesund" lautete das Thema für 2008. Das "Jahr der Partnerschaften" wurde 2009 gefeiert, und 2010 ging man auf "Spurensuche". Das Jubiläum zur Verleihung der Stadtrechte vor 375 Jahren wurde 2011 mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert.