Die Kapelle in Quirrenbach hat eine lange Geschichte

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Quirrenbacher Kapelle mehrmals umgebaut und erneuert. Die ursprüngliche Fachwerkkapelle wurde bereits 1894 abgerissen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche schwer beschädigt.

Quirrenbach. Am Anfang war ein Kreuz. Peter Quirrenbach und Johann Jakob Limbach holten es am 29. August 1734 beim Schreiner ab und ließen es von den "Wohl-Ehrwürdigen Missionaren von Düsseldorf" in Oberpleis segnen.

In ihrem Heimatdorf wurde es an jener Stelle errichtet, an der heute noch die Kapelle von Quirrenbach steht. Denn schon bald regten die Initiatoren an, einen Bau um das heilige Kreuz zu errichten, um die Andacht auch bei verdrießlichem Wetter zu ermöglichen.

Trotz der herrschenden Armut stifteten die Bewohner aus dem Oberhau Material oder Geld. Die Erben Cörtsgen stellten den Platz auf "ewiglich" zur Verfügung. 325 Reichsthaler kostete die Kapelle. Die Frauen wurden sogar auf Bettelgang in andere Kirchspiele geschickt. Bereits am 29. November 1734 schlugen Zimmermeister Dietrich Efferoth und Wilhelm Wiesgen den Rohbau auf.

Das Kirchlein wurde unter das Patronat "Exaltatio Sanctae Crucis" gestellt mit dem Tag der Kreuzerhöhung am 14. September. "Anno 1735 den 7. Dezember ist das Glöckelchen zu Köln bei Meister Engelbert Joseph Fuchs durch Johann Heinrich Quirrenbach gekauft worden", heißt es in den Annalen. Am 20. Dezember wurde es in den Turm gehängt und auf "Xaverius" getauft.

1738 erwarben die Quirrenbacher die Statuen des St. Johannes Evangelista und der Mutter Gottes für den Altar unter dem Kreuz. Wenige Jahre danach schuf Bildhauermeister Isaac Ferber aus Flerzheim Corpus, Säulen, Laubwerk und zwei Engel für den Altarraum sowie das Tabernakel. Tuch für den Altar und ein Priestergewand wurden gespendet. Denn ab 1742 durften in Quirrenbach Messen gehalten werden. 1894 wurde die Fachwerkkapelle abgerissen und am 27. Juni des Jahres der Grundstein für den Neubau mit Empore gelegt.

Gegen den Willen des Rektors blieb es bei der alten Altareinrichtung. 1929 erbten die Quirrenbacher eine Glocke aus der Eudenbacher Kirche. Das erste Glöckchen aber steht noch immer im Glockenturm. Allerdings ist der Turm ein anderer, denn im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom stark beschädigt; erneut bildete sich ein Kapellenverein um Jean Dohle. Später stiftete Gerd Uhlenbroch bunte Fenster; neue Bänke und Orgel wurden angeschafft. Bereits 1923 fand nur noch einmal im Monat eine Messe in der Kapelle statt.

Zu Mariä Himmelfahrt zieht die Prozession von Eudenbach nach Quirrenbach. Ein Vierteljahrhundert kümmerten sich die Kapellenfrauen Irmgard Efferoth, Agnes Hombeuel, Brigitte Winterscheid und bis zu ihrem Tod Marta Kirchhof um das Kirchlein; jetzt haben sie junge Nachfolgerinnen gefunden: Silke Dittscheid, Gudrun Wischerath und Andrea Berger.

Rosenkranzgebete Am ersten Freitag im Monat ab 19 Uhr halten Ida Weber und Gretchen Klein in der Kapelle an der Ecke Quirrenbacher/Kochenbacher Straße Rosenkranzgebete. Der Besucher kann ansonsten das Kapelleninnere durch die geöffnete, aber vergitterte Tür betrachten.