Die Dollendorfer Auto-Fähren sind zu alt

Zwei Millionen Euro für Reparaturen verschlangen die beiden Fährschiffe "Konrad Adenauer" und "St. Christophorus II" in den vergangenen zehn Jahren. Deshalb will die Auto-Schnellfähre Bad Godesberg-Niederdollendorf GmbH jetzt eine neue Fähre für die Rheinüberquerung zwischen Niederdollendorf und Bad Godesberg anschaffen.

Niederdollendorf. Zwei Millionen Euro für Reparaturen verschlangen die beiden Fährschiffe "Konrad Adenauer" und "St. Christophorus II" in den vergangenen zehn Jahren. Deshalb will die Auto-Schnellfähre Bad Godesberg-Niederdollendorf GmbH (ASF) jetzt eine neue Fähre für die Rheinüberquerung zwischen Niederdollendorf und Bad Godesberg anschaffen.

Die beiden alten Fähren sollen aus dem Verkehr gezogen werden. Weil sich die ASF seit rund 50 Jahren im Besitz der Städte Königswinter (zu 25,19 Prozent) und Bonn (zu 74,81 Prozent) befindet, müssen die Stadträte zustimmen. Am Montag beschäftigt sich der Königswinterer Rat mit dem Thema (17 Uhr, Arbeitnehmerzentrum).

Die ASF transportierte allein im vergangenen Jahr 182 000 Kraftfahrzeuge, 96 000 Fahrräder und 300 000 Fußgänger und Beifahrer über den Rhein. Am 8. Juli 1908 kreuzte eine Schnellfähre erstmals an dieser Stelle den Rhein. Die "Konrad Adenauer" hat bereits 43 Jahre auf dem Buckel, sie wurde im Todesjahr des 1967 verstorbenen Altkanzlers gebaut.

Adenauer hatte ihre Vorgängerin regelmäßig auf seinem Weg von Rhöndorf ins Bonner Bundeskanzleramt genutzt. Die "St. Christophorus II" hat sogar noch ein Jahr mehr auf dem Buckel. Beide Fähren sind nach Angaben der Stadtverwaltung nicht nur sehr reparaturanfällig, sondern entsprechen auch nicht mehr den Anforderungen der neuen Immissionsschutzgesetzgebung.

Deshalb wäre bei beiden Schiffen spätestens bis Ende 2011 eine Motorenumrüstung erforderlich. Der finanzielle Aufwand je Fähre würde nach Kostenschätzungen rund 1,135 Millionen Euro betragen. Dem Buchwert der beiden Fähren in Höhe von 3,07 Millionen Euro stehe ein technischer Zeitwert von lediglich 40 000 Euro gegenüber. Nach Ansicht der Verwaltung besteht "dringender Handlungsbedarf".

Sie bevorzugt, wie auch die Stadt Bonn, den Kauf einer neuen Fähre ähnlicher Größe wie die der "Konrad Adenauer". Kosten würde ein solches neues Schiff rund 2,7 Millionen Euro. Die Beauftragung müsste noch in diesem Sommer erfolgen, da die Planungsdauer bis zur Beauftragung rund sechs Monate und der Bau der Fähre rund ein Jahr in Anspruch nehmen würden, so dass das neue Schiff Ende 2011 den Fährdienst aufnehmen könnte.

Bei einer wirtschaftlichen Betrachtung hat die Wirtschaftsprüfung- und Steuerberatungsgesellschaft Rentrop & Partner KG die Modernisierung der "Konrad Adenauer" und die Anschaffung einer neuen Fähre in zwei alternativen Investitionsplanungen für die Jahre 2012 bis 2041 gegenübergestellt.

Sie kommt dabei zu dem Ergebnis, dass die Anschaffung einer neuen Fähre die wirtschaftlichere Alternative darstellt und die ASF künftig in der Lage sein sollte, den Schuldendienst für das Investitionsdarlehen selbstständig zu erbringen. Das Wichtigste für die Kommunalpolitiker dürfte daher sein: Die Anschaffung einer neuen Fähre wird ohne Folgen für den städtischen Haushalt sein.