Der Sicherheitszaun nimmt Gestalt an

<b>Die Bauarbeiten</b> am Langen Eugen kommen voran.

<b>Die Bauarbeiten</b> am Langen Eugen kommen voran.

Die Bonner Hermann-Ehlers-Straße ist ab kommenden Samstag für Autofahrer gesperrt

Bonn. Der Countdown für den UN-Campus läuft. "Die Arbeiten im Langen Eugen stehen vor dem Abschluss", sagte der Sprecher des Bundesumweltministeriums, Michael Schroeren, dem GA. Am Freitag soll das Gebäude offiziell dem Ministerium übergeben werden, das für den Aufbau des Campus zuständig ist.

Bereits im kommenden Monat beginnt dann der Umzug von elf der zwölf Bonner UN-Organisationen in das ehemalige Abgeordneten-Hochhaus. Parallel dazu lässt der Bund einen Sicherheitszaun am Langen Eugen errichten, wobei die ersten, 2,50 Meter hohen Stahlstangen schon zu sehen sind.

Die Folgen dieser Maßnahmen werden ab kommendem Samstag spürbar; dann wird die Hermann-Ehlers-Straße für Autos, Mopeds und Motorräder gesperrt, Fußgänger und Radfahrer können die Straße zwischen Langem Eugen und Wasserwerk jedoch weiter nutzen. In einer zweiten Phase wird der Zaun wesentlich erweitert, damit auch das ehemalige Bundeshaus (Altes Hochhaus) und der angrenzende Südflügel vor ungebetenen Gästen geschützt wird.

Über die Länge der Absperrung und deren Kosten wollte Schroeren nichts sagen; hier handele es sich um "sicherheitsrelevante Sachverhalte, die aus guten Gründen der Geheimhaltung unterliegen", sagte der Ministeriumssprecher. Der GA hat nachgemessen: 700 Meter lang wird der Zaun. Ein Meter Zaun besteht aus acht Stäben, insgesamt werden mehr als 5 600 Stäbe aufgestellt. Die Stadt hatte zunächst versucht, den Campus optisch ansprechender zu sichern.

Doch Staatssekretär Matthias Machnig vom Umweltministerium teilte Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann mit, eine "andere Linienführung bezüglich des Sicherheitszauns um den UN-Campus ist leider nicht möglich"; im übrigen beinhalte dieser Zaun "nach Auffassung der UN-Sicherheitsabteilung nur den erforderlichen Mindeststandard". Daher beugte sich der Rat dem Willen der Vereinten Nationen.

Die ziehen nun mit elf Organisationen in den Langen Eugen, der für 55 Millionen Euro saniert wurde. Nach Angaben von Schroeren findet Mitte Juni eine Einweihungsfeier statt, zu der Bundeskanzlerin Angela Merkel UN-Generalsekretär Kofi Annan im Rahmen eines offiziellen Deutschlandbesuchs eingeladen hat. Schroeren: "Der genaue Termin und das Programm werden zwischen den beteiligten Ministerien, dem Land NRW und der Stadt Bonn noch abgestimmt."

Das UN-Klimasekretariat wird noch einige Zeit im Haus Carstanjen am Godesberger Rheinufer bleiben. Sein künftiges Domizil, das Alte Hochhaus samt Südflügel in der Görresstraße, wird ab Mitte des Jahres für 50 Millionen Euro umgebaut; Ende 2008 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Rund 600 Experten der Vereinten Nationen arbeiten dann in ihrem Campus. Bund und Land NRW haben der Stadt zugesagt, sich um die Ansiedlung weiterer UN-Organisationen am Rhein zu bemühen - was zumindest in puncto Bürokapazitäten kein Problem sein dürfte:

Im Langen Eugen sind noch einige Etagen leer. Bereits ein knappes Jahr vorher wird nach derzeitiger Planung auf der gegenüberliegenden Seite eine Einweihung gefeiert - für das United Nations Congress Center (UNCC), für das im kommenden Herbst der Grundstein gelegt werden soll.