Der Rheinauenpark wird bis zum Langen Eugen vergrößert

Bund reißt im nächsten Jahr die Bürohäuser und die Ladenzeile an der Charles-de-Gaulle-Straße in Bonn ab

Bonn. Gottfried Hansjakob freut sich. "Jetzt haben wir die große Chance, die Gronau in ihrer vollen Schönheit wieder sichtbar zu machen", sagt der Münchener Landschaftsarchitekt und "Vater" des Rheinauenparks. Möglich macht''s der Bund. Der hat nun entschieden, die vier Bürocontainer sowie den angrenzenden Bürobau, die unterhalb des Schürmann-Baus stehen, bereits Anfang/Mitte kommenden Jahres abzureißen sowie das Areal zu rekultivieren - knapp zwei Jahre früher als vorgesehen ( der GA berichtete).

Hansjakob nannte dem GA "Störfaktoren", die den Parkausbau blockierten:

  • Das ehemalige Planungsbüro des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) am nördlichen Rand des Schiffchensees. Der Flachbau sollte nach Fertigstellung des Schürmann-Baus (Deutsche Welle) abgerissen werden. Doch Provisorien leben in Bonn lang, bisweilen sehr lang: Die BBR-Experten sind zwar längst ausgezogen, doch inzwischen haben sich dort fünf internationale Organisationen mit insgesamt 70 Mitarbeitern niedergelassen - mit unbefristeten Verträgen.
  • Wenige Meter weiter nördlich befindet sich ein Parkplatz für 300 Autos, der bereits 1996 wieder beseitigt werden sollte. Nun wird nach dem Willen der Stadt aus dem Provisorium wahrscheinlich eine Dauerlösung - und der Rheinuferweg bleibt eingeengt. Das Areal soll dem Internationalen Kongresszentrum Bundeshaus Bonn (IKBB) als zusätzliche Parkfläche dienen.

"Mit dem Parkplatz können wir zur Not leben", sagt Hansjakob. Und zu dem früheren BBR-Bürohaus bemerkt er: "Na ja, das gehört da nicht hin, mitten im Landschaftsschutzgebiet." "Sehr massiv" ständen hingegen die Bürocontainer und das Nachbargebäude dem Endausbau des Parks im Weg.

Die Container ("Temporärbauten") waren nach der Wende auf die Schnelle für die Bundestagsabgeordneten aus dem neuen Ländern aufgestellt worden und sollten nach dem Parlamentsumzug abgerissen werden. Inzwischen sind die Volksvertreter längst in Berlin, und die Fiscus GmbH, deren Gesellschafter der Bund und die Länder sind, hat sich dort etabliert. Erst kürzlich hatte die Stadt der Gesellschaft ein "Bleiberecht" bis 2006 zugesichert.

So lange will der Bund aber nicht warten. Denn während der Schürmann-Bau inzwischen gegen Hochwasser gesichert ist, liegen die Fiscus-Häuser ungeschützt in der Gefahrenzone - was nicht unproblematisch ist. Denn die dort installierte Technik samt ihrer sensiblen Software wäre bei Hochwasser in Gefahr - was "üble Folgen" haben könnte, merkt Ralf Poss vom Bundesbauministerium an.

Ein neues Quartier gibt''s bereits für die Fiscus-Mitarbeiter. Ende dieses Jahres ziehen sie in die - zunächst ebenfalls als Provisorium gedachten - Bürohäuser hinter dem ehemaligen Postministerium am Robert-Schuman-Platz, die die Post AG in diesen Tagen räumt.

Gezählt sind wohl auch die Tage der Ladenzeile am Fuße des Langen Eugen. Es sei geplant, dieses zweigeschossige Provisorium nach Abriss der Fiscus-Bauten zu beseitigen. "Dazu haben wir uns der Stadt Bonn gegenüber verpflichtet", sagte der zuständige Beamte aus dem Bundesfinanzministerium dem GA. Allerdings müsse noch mit den Mietern verhandelt werden.

Gottfried Hansjakob kommt diese Entwicklung sehr entgegen, beschleunigt sie doch die Umsetzung seiner Idee, den Rheinauenpark von seinem nördlichen Ende am Schiffchensee bis zum Wasserwerk hin zu gestalten: "Wenn die Containerbauten, der Nachbarbau und die Ladenzeile weg sind, kann der landschaftsräumliche Zusammenhang zwischen Park und Gronau wieder hergestellt werden."

Dies umso mehr, als es gelungen sei, die Grünzonen rund um Post-Tower und Schürmann-Bau in das Gesamtkonzept zu integrieren. Er möchte auf dem nun frei werdenden Areal lediglich einige Bäume pflanzen und das Wegenetz - Kurt-Schumacher-Straße/Durchgang Schürmann-Bau/Charles-de-Gaulle-Straße - ergänzen: "Ansonsten soll dort nur eine schöne große Parkwiese entstehen."

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