Der Margarethenhof erwacht aus dem Tiefschlaf

<b>Schöne Aussichten:</b> Die den Autofahrern schon bekannte Maklerbewerbung soll bald den Firmenschildern der Mieter weichen.

<b>Schöne Aussichten:</b> Die den Autofahrern schon bekannte Maklerbewerbung soll bald den Firmenschildern der Mieter weichen.

Die Villa der ehemaligen Friedrich-Naumann-Stiftung im Siebengebirge ist verkauft

Rhein-Sieg-Kreis. (fa) Es ist ein Schmuckstück, und jeder, der im Siebengebirge wandert, kennt es. Sieben Jahre ist es inzwischen her, dass Otto Graf Lambsdorff als Vorstandsvorsitzender im stattlichen Margarethenhof die Geschicke der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung lenkte.

Mit dem Umzug nach Potsdam allerdings verfiel das malerische Gebäude in den Dornröschenschlaf. Eine knallrote, klobige IBM-Schreibmaschine ist eines der wenigen Überreste in den Büros am ehemaligen Hauptsitz auf der Margarethenhöhe. Doch das Anwesen ist nun endlich und definitiv aus dem Tiefschlaf geweckt.

Vertreter der RKW Grundbesitz Gesellschaft haben bei einem Kölner Notar den Kaufvertrag unterschrieben. Hinter dem Investor verbirgt sich die Steffens-Brauerei aus Linz mit ihrem geschäftsführenden Gesellschafter Christian Runkel an der Spitze. Der will die geräumige Villa nun für mehrere Mieter herrichten, von denen zwei auch schon gefunden sind.

Nicht nur in Ittenbach, sondern im gesamten Siebengebirge waren zuletzt immer wieder Spekulationen darüber ins Kraut geschossen, was mit der stattlichen Liegenschaft geschehen würde. Nun ist es heraus: Läuft alles nach den Vorstellungen der Investoren, so finden hier künftig Mittelständler und Freiberufler ein neues Domizil.

Nach Ansicht Runkels liegen die Standortvorteile auf der Hand: Neben der herrlichen Lage mitten im grünen Siebengebirge ist mit der Nähe zur A 3 und zur B 42 eine gute Verkehrsanbindung gewährleistet, zudem stehen in ausreichender Zahl Parkplätze für Belegschaft und Gäste zur Verfügung.

Mit allen Nebengebäuden umfasst die nutzbare Bürofläche rund 2 500 Quadratmeter, die sich fortan sieben Mieter teilen könnten: Der erste ist in Gestalt des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS) bereits vor Ort und soll auch nach Vorstellungen der Investoren dauerhaft in den etwa 100 Quadratmeter großen Räumen samt Info-Pavillon bleiben.

Handelseinig wurde die RKW GmbH eigenen Angaben zufolge auch bereits mit der Firma IUL Instruments GmbH, einer Vertriebsgesellschaft für Laborgeräte, deren bisheriger Firmensitz in unmittelbarer Nachbarschaft inzwischen aus allen Nähten platzt. Sie soll den kompletten Anbau - Größe rund 1 300 Quadratmeter - mieten.

Über das rund 400 Quadratmeter große Erdgeschoss des Haupthauses hingegen soll nach den Vorstellungen Runkels kein permanenter Einzelmietvertrag abgeschlossen werden - die repräsentativen, hellen Säle mit den großen Fensterfronten sollen vielmehr für private, gesellschaftliche oder geschäftliche Tages- und Wochenendveranstaltungen zur Verfügung stehen; Firmenpräsentationen, Tagungen oder Hochzeitsfeiern sind hier vorstellbar.

Die drei darüber liegenden Etagen - jede umfasst 230 Quadratmeter - sollen jetzt auf dem freien Immobilienmarkt angeboten werden. Agenturen, Rechtsanwälte oder auch Ärzte sind als Klientel denkbar; sofern sich ein Interessent für alle drei Etagen findet, haben die Eigentümer auch dagegen nichts einzuwenden.

Nicht zuletzt soll die im Souterrain befindliche Kellerbar der Naumann-Stiftung mit einem geeigneten Pächter zu einem zünftigen Ausflugslokal umgestaltet werden. Damit die ersten Mieter auch möglichst zügig einziehen können, will Christian Runkel das Anwesen jetzt auf Vordermann bringen.

So soll etwa die komplette Heizungsanlage, die äußerlich ein wenig an den Maschinenraum einer Fregatte erinnert, durch eine moderne und sparsame Gasheizung ersetzt werden. Weitere Sofortmaßnahmen sind die Instandsetzung von Teilen der Fassade, deren Holzgiebel an manchen Stellen erkennbar splittert.

"Wir werden dafür sorgen, dass die Immobilie bald wieder ein Blickfang ist", verspricht Christian Runkel, der sich zum Kaufpreis allerdings nicht öffentlich äußern wollte. Die Verantwortlichen im Königswinterer Rathaus hörten die Nachricht vom erfolgreichen Notartermin gerne.

So zeigte sich Bürgermeister Peter Wirtz hocherfreut über die aktuelle Entwicklung im Ortsteil Ittenbach: "Für die gesamte Stadt ist das ein weiteres, positives Signal des Aufbruchs. Wir wünschen den Investoren eine glückliche Hand und hoffen, dass sich bald Unternehmen finden, die sich an dem reizvollen Standort niederlassen", sagte Wirtz.