Wahrzeichen der Rheinromantik

Das Plateau des Rolandsbogens ist umgestaltet

ROLANDSWERTH. Gebaut und gewerkelt wird seit Monaten. Und ebenso lange wird zur "Neueröffnung" mit einem "Herzlich Willkommen"-Schild eingeladen, wobei das zu erwartende Eröffnungsdatum freundlich, aber ständig fortgeschrieben wurde: Die Baustelle am Rolandsbogen ist nun aber endgültig in der finalen Phase.

Im Juli soll das Traditionslokal mit seiner Gastronomie nun tatsächlich wiedereröffnet werden, nachdem mehrere zurückliegende Wunschtermine verschoben werden mussten. Das "Soft-Opening" ist bereits an diesem Samstag. Der Pachtvertrag wurde zunächst auf 15 Jahre geschlossen.

Betreiber wird das Berliner Traditionsunternehmen Lutter & Wegner sein, das seinen Stammsitz am Gendarmenmarkt hat. Die Geschichte dieses Gastrobetriebes nebst seiner Sektkellerei geht auf das Jahr 1811 zurück. Inzwischen betreibt das Unternehmen weitere Lokale in ganz Deutschland. Nun also auch oberhalb von Rolandswerth, von wo aus es einen der wohl schönsten Ausblicke über das Rheintal gibt. Nicht umsonst gilt der sagenumwobene Rolandsbogen als Wahrzeichen der Rheinromantik schlechthin.

Neben dem bisherigen Restaurant sowie seinen großen Außenbereichen werden künftig auch eine Weinhandlung mit Außer-Haus-Verkauf sowie zwei überdachte und windgeschützte Sonnenterrassen mit Blick auf Rhein und Siebengebirge eröffnet.

Die Planungen sahen dabei vor, den neuen, komplett überdachten und beheizbaren Außenbereich auch in Schlechtwetterzeiten sowie in den Herbst- und Wintermonaten durchgehend nutzen zu können. Diese Außenarbeiten werden jedoch erst im Herbst vollends beendet sein. Dann stehen auf dem begradigten Berggelände ein großer "Rhein-Gastgarten" mit bis zu 250 Sitzplätzen sowie eine kleinere "Rheinromantik-Terrasse" mit etwa 60 Sitzplätzen ganzjährig zur Verfügung. Daneben erhielten auch die Restauranträumlichkeiten eine Komplett-Renovierung sowie eine neue Inneneinrichtung, Bestuhlung und optische Verschönerungen. Das eigens handgefertigte Mobiliar wurde, wie Lutter & Wegner am Mittwoch mitteilten, aus der italienischen Region Bergamo bezogen.

Die Geschichte des Rolandsbogens begann im Jahre 1122 mit dem Bau einer Burg, der Rolandsburg. Vermutlich 1475 wurde die Ritterherberge zerstört. Nur ein Stück Mauer stand noch, ein Bogen, durch den man auf Rhein und Drachenfels blicken konnte. 1840 krachte aber auch dieser letzte Burgrest in sich zusammen. Mit Hilfe des in Unkel wohnenden Dichters Ferdinand Freiligrath sowie mit einer von ihm initiierten Spendenaktion konnte das Bauwerk wieder errichtet werden.

Als Architekten zum Wiederaufbau gewann Freiligrath den Kölner Dombaumeister Ernst Zwirner, der um diese Zeit mit dem Bau der Remagener Apollinariskirche beschäftigt war. Sieben Monate dauerten die Arbeiten. Sechs Monate nach dem Einsturz stand der Bogen wieder, der als Efeu beranktes Wahrzeichen der Rheinromantik auf vielen Postkarten abgebildet wurde.