Das Konzept ist einzigartig in der Region

Rheinklinik in Bad Honnef erweitert ihr Angebot um eine Tagesklinik

Bad Honnef. (cla) Die ersten Patienten sind bereits in die neue Tageseinrichtung der Bad Honnefer Rheinklinik aufgenommen worden. In dieser Woche beginnt die Therapie derer, die an psychosomatischen Erkrankungen, Essstörungen oder auch Traumafolgeerkrankungen leiden.

In der Tagesklinik arbeiten sie nun an der Wiederherstellung ihrer psychischen und körperlichen Stabilität. 16 Plätze gibt es in der Einrichtung der Rheinklinik an der Luisenstraße, elf Fachleute kümmern sich um ihre Patienten, die sie abends wieder nach Hause entlassen.

"Das ist eine der Besonderheiten einer Tagesklinik", erläuterte Roland Vandieken, Leitender Arzt. "Die Hemmschwelle der Bevölkerung ist im Allgemeinen sehr groß, wenn es darum geht, psychosomatische Erkrankungen behandeln zu lassen oder sich einer Psychotherapie zu unterziehen.

Die Patienten der Tagesklinik dagegen verlassen morgens das Haus, kehren abends dorthin zurück und verbringen auch die Wochenenden bei ihren Familien - so merkt der neugierige Nachbar nicht, dass da jemand in Behandlung ist und sich professionell helfen lässt." Daher ist die neue Tagesklinik vor allem für Menschen aus der Region interessant, da nach dem Wunsch der Leitung kein Patient länger als eine Stunde unterwegs sein sollte, um die Einrichtung zu erreichen.

Acht bis zehn Wochen beträgt die durchschnittliche Verweildauer in der Tagesklinik. Vor allem bei der Volkskrankheit Nummer zwei, Depressionen, sieht das Team um Vandieken, bestehend aus Oberarzt Alexander Völker und Stationsschwester Erdmuthe von Schlabrendorf, viel auf sich zukommen.

In Einzel-, Gruppen- und Spezialtherapien werden die Patienten der Tagesklinik und ihre Krankheiten behandelt. Dabei kommen auch die Übungen für das alltägliche Leben nicht zu kurz: "Freitags wird gemeinsam gebacken. Das gemeinsame Kaffee trinken und Kuchen essen bildet dann einen schönen Abschluss der Woche", erzählt von Schlabrendorf.

Das Formulieren der eigenen Ziele steht bei der Aufnahme in die Tagesklinik im Vordergrund. Ein niedergelassener Arzt muss die Überweisung in die Einrichtung veranlassen. Aber schon die Entscheidung, das Thema anzusprechen und die Erkrankung als solche anzunehmen, sei ein erster Erfolg und würde eine Verbesserung des Befindens mit sich ziehen, ist sich Vandieken sicher.